Leckerli: Demokratischer Widerstand

Liebe Folienkartoffel*innen!

Es muss etwas passieren. So geht’s nicht weiter! Heute habe ich diese Zeitung im Bioladen in Harlaching ausliegen gesehen und ich habe den Geist der Revolution gespürt!! Ich schwöre! Die verantwortliche Initiative nennt sich Kommunikationsstelle für den demokratschen Widerstand (welch wohlklingender Name?):

Sogar mit Propagandaansprachen auf mehreren Sprachen. Ganz oben rechts in der Ecke auf der Startseite steht der Hinweis: „Für unsere Türken auf Seite 2“. Ist doch toll gemacht, oder? Das spricht die Gesellschaft in ihrer ganzen Vielfalt an. Da kann jetzt wirklich niemand mehr was sagen: von wegen rechtslastig oder rassistisch.

Könnt Ihr euch noch erinnern? Trekking auf Bali und wie Gastfreundlich die Menschen damals waren? Wir Deutschen haben das Recht darauf, uns wieder über die Gastfreundschaft anderer Völker zu freuen!

Das musste jetzt mal gesagt werden! Und deswegen müssen wir jetzt alle auf die Strasse zum protestieren. Und weil… global agierende Konzerne nicht lange fackeln und alle Vorbereitungen treffen, um uns den Chip einzupflanzen. Also: auf los Gates los!

Aber ob mit oder ohne Chip: Wir werden wieder Weltmeister! Das nur am Rande bemerkt!

Vor Jahren wurden wir zum „Personal“ der Unterklassenluxus-Wohlstandswelt einer Scheinrepublik degradiert. Nun haben wir unseren Zweitwagen schon lang verkaufen müssen und der Erstwagen ist leider ein VW gewesen. Der Pakistani von nebenan fährt aber Lancia! Schlimmer kann ein Rechtsstaat nicht versagen!

Deutschland ist am Arsch und das kann einem verständlicherweise schon den letzten Nerv rauben. An dieser Stelle nun ein passendes Zitat aus oben genanntem Medium:

„Unser größter Sieg wird das Zurückerlangen unserer liberalen Freiheitsrechte sein.
Und sollte die Regierung sie freiwillig zurückgeben, werden wir richtig gehandelt haben. Sollte die Regierung sich jedoch dauerhaft zu einem totalitären Regime wandeln, dann werden wir umso mehr gebraucht worden sein!“ (die Futurform des letzten Satzes hat sehr hohes Squirt-Potenzial finde ich!).

Monthy Phythons Flying Circus hat diesen Konflikt übrigens schon vor Jahren brilliant inszeniert:

Viele Kokosnussritter*innen treffen sich auch Woche für Woche in den großen Metropolen des Landes, um gegen die Coronamaßnahmen der Regierung zu protestieren. Während dieser Proteste wird besorgt und hochkompetent geschildert, was unseren demokratischen Grundrechten droht, wenn wir weiterhin dazu genötigt werden freiwillig Mäßigung zu üben. Die Judikative und Exekutive schränken unser Privatrecht ein und die Polizei schaut böse! Auf uns weiße privilegierte Bürger*innen! Als ob wir deren Feinde wären!

Dabei wirssen wir im Grunde doch alle ganz genau: die wollen das genauso wenig wie wir! Im Grunde ihres Herzens sind die Beamt*innen mit uns, aber sie werden von einem diktatorischen Regime dazu gezwungen. Jawohl! Schaut mal zum Beispiel nach Amerika: In Amerika sind die Demonstrierenden heilig. Da dürfen sie – vorausgesetzt natürlich sie haben die richtige Hautfarbe – schwerbewaffnet das Parlament in Michigan stürmen und den Abgeordneten mal zeigen, wie großkalibrige Waffen funktionieren.

Weiss gar nicht, worüber sich die Amerikaner*innen grade so aufregen? Das ist doch ein durch und durch demokratisches Land? Was für ein Tam Tam die machen, wegen Polizisten, die unter den schwersten Umständen verantwortungsbewusst ihren Job verrichten! Die sollten mal unsere Diktatur hier mitkriegen? Dann wüßten sie was ein unmenschliches Dasein bedeutet!

Haha! Letztens meinte tatsächlich ein Türke genau das selbe zu mir: „Ihr solltet mal in der Türkei leben, dann wüsstet ihr, was es heißt, sich nicht mehr auf seine Grundrechte verlassen zu können. Spinnt ihr denn? Ihr kriegt zumindest Grundsicherung! Uns schickt der Präsident eine Iban aufs Handy mit der Bitte um eine Spende für den Staat!“.

Der ist ja lustig, oder?! So weit kommt’s noch, dass die sich in ihrem demokratischen Anspruch mit uns messen können! Ich hab so getan, als hätt‘ ich ihn nicht verstanden. Aber lachen musst ich schon!

Wie gesagt: völlig aus dem Ruder gelaufen die Situation auf dieser Welt. Bin ja gespannt, wo das alles noch hinführt?

Bill Gates hat’s schon lange gewusst!

Ich kenne keinen Markt, der sich jemals selbst reguliert hätte. Das neoliberale Kapital investiert in Forschung und die Ausbldung von qualifiziertem Fachpersonal auf allen systemrelevanten Ebenen. Deren Job ist es unter anderem, alle Risiken durchzuspielen, die dem global dominierenden Wirtschaftssystem zwischen die Beine geraten könnten. Deswegen wundere ich mich über all diejenigen, die sich darüber wundern, dass Bill Gates bereits vor 5 Jahren die Gefahr der Pandemie angesprochen hatte. Die Gefahr der Pandemie ist im Bereich der Katastrophenszenarien gängiger Standard. Alleine in den großen Rückversicherungsgesellschaften sitzen Armadas von Wahrscheinlichkeitsspezialisten, die den ganzen Tag nichts anderes tun, als solche Szenarien durchzurechnen.

Das weiss ich, weil ich als Student mal einen Job in der Postabteilung einer solchen Firma hatte. Somit kam ich beim täglichen Rundlauf durch alle Abteilungen und tatsächlich auch in alle Arbeitszimmer und ich hörte mir jeden Tag an, worüber sich diese Menschen unterhielten.

Da diese Firmen einen Haufen Geld umsetzen, können sie sich einiges leisten. Ich bin jeden Tag an original Andy Wahrhol Siebdruckserien vorbeigelaufen – in jedem Stockwerk eine andere. Mal Marilyn, mal Neuschwanstein und so. Das Mittagessen ging auf’s Haus und es wurde im „Casino“ gespeist. Das hiess: eine vegetarische und eine fleischhaltige Variante (vegan gab’s damals noch nicht) eines 3-Gänge-Menüs standen zur Auswahl. Der Koch hatte Sterne – wieviele weiss ich nicht.

Die Chefetage lebte eine grossherzig-offene Firmenpolitik vor, was mit sich brachte, dass man sich mit jedem und jeder MitarbeiterIn unterhalten konnte, egal, welchen Rang und Status man selber besass. Somit hatte ich Gelegenheit, mich in jungen Jahren als Zaungast der neoliberalen Gedankenwelt des Rückversicherungs-Establishments zuzuwenden. Risikoberechnung war das täglich Brot dieser Menschen und sie berechneten tagein-tagaus alles, was man sich nur vorstellen kann: Vulkanausbrüche, Erdbeben, Konzern- und Staatsbankrotte, Angriffe aus dem All, Meteoren, whatever…

Dass das aktuelle Pandemie-Szenario schon lange existierte, ist ja durch einschlägige Hollywoodklassiker belegt. Als Mensch neigt man dazu, sie trotzdem zu relativieren. Als Risikomanager einer Rückversicherung hat man diesen Luxus nicht.

Insofern kann ich natürlich all diejenigen gut verstehen, die hinter der ganzen Coronasache nun abertausend Verschwörungen wittern. Ich selber trau den Geheimdiensten und der Pharmaindustrie auch alles zu. Nur eines nicht: das sich alle jetzt zusammengetan haben, um uns einfachen BürgerInnen eine Pandemie vorzugaukeln. Die Arschlöcher dieser Welt mögen gewieft sein, aber sie sind immer noch Arschlöcher und verhalten sich nicht solidarisch, auch (oder erst recht) anderen Arschlöchern gegenüber nicht. Ja, manchmal schon, aber das kann sich dann sehr schnell wieder ändern. Deswegen glaube ich nicht daran, dass die globale Macht- und Wirtschaftselite bei der letzten Bilderberg-Konferenz ein globales Pandemie-Schauspiel einstudiert hat. Wobei ich nicht bezweifeln will, dass einige unter denen das nicht mal albern finden würden.

Ich will jetzt auch gar nicht über die Hintergründe der Covid-19 Pandemie spekulieren und schon gar keine Plattform für eine solche Diskussion öffnen. Was ich jedoch nur allzu gerne kundtun will, ist eine heimliche Schadenfreude, die mich überkommt, wenn ich daran denke, wie es für mich wäre, wenn ich ein Wildtier in einem Urwald, oder ein Baum, oder ein Tiefseebewohner etc. wäre. Natürlich hinkt der Vergleich, weil ich als typischer Vertreter der Spezies Mensch davon ausgehe, dass Tiere und andere Lebewesen so denken und agieren könnten, wie Menschen – und das in dem tiefsten Bewusstsein, dass dem natürlich nicht so ist.

Wir Menschen haben erstaunliche Fähigkeiten: wir können denken, eine Meinung generieren, diese von uns selbst abstrahieren, sie hinterfragen und auch relativieren, oder sogar revidieren, aber trotzdem sehen wir alles ausschliesslich aus unserer „aktuellen“ Perspektive. Das heisst, wir beziehen uns nicht nur extrem auf uns selbst, sondern sind auch noch zeitlich ziemlich eingeschränkt: wir haben meist eine „aktuelle“ Meinung. Morgen kann alles vergessen sein. Kurzum: wir machen uns gerne wichtig.

Dabei sind wir eigentlich überhaupt nicht „so“ wichtig. Ok, wir haben viel vollbracht und erstaunliches geleistet, aber das alles auch nur auf unserer eigenen Werteskala. Also sind wir faktisch gesehen aus Sicht des Universums nicht unbedingt wichtiger und nützlicher, als alles andere was dieses in seinen unendlichen Weiten beinhaltet. Für das Universum sind also unsere Werte in keinster Weise „Systemrelevant“.

Nur für uns Menschen ist das natürlich anders. Wir denken, wir sind mordswichtig für das Universum, weil wir so einzigartig sind. Ja sind wir ja auch, aber ein Baum, oder ein Haifisch ist auch einzigartig und die führen sich nicht so krass auf, wie wir. Ok ein Haifisch kann auch schon mal übertreiben, aber nach einem blutigen Biss ist die Sache im wahrsten Sinne gegessen. Da wird nicht mehr lange rumtheoretisiert und schultergeklopft. Für einen Haifisch ist das, was er da macht keine besondere Leistung. Das ist halt sein Leben. Aus basta!

Das heisst: wir haben eigentlich niemanden, der uns mindestens auf gleicher Ebene Kontra bieten könnte. Deswegen wünschen wir uns ja nichts sehnlicher, als anderen Lebensformen zu begegnen, Orks, E.T., Aliens, Marsianer, Chew Baka, Vulkanier, etc. Denn ohne universelle Herausforderung wird uns schnell langweilig. Eigentlich tritt das, was wir uns herbeisehnen auch oft ein. Aber der Wunsch nach Aliens hat sich noch nicht – zumindest nicht eindeutig genug – erfüllt. Einer anderen Phantasie, die wir ebenfalls seit Urzeiten hegen, sind wir hingegen schon dicht auf den Spuren: der ultimativen Katastrophe. Und warum das ganze? Weil uns einfach langweilig ist! Ja, is so! Wir sind die geilsten Gestalten, die uns bekannt sind, sitzen auf dem geilsten Planeten des Universums und wir sind so sehr mit uns selber beschäftigt, dass uns langweilig ist. Deswegen sind wir ständig motzig drauf und würden am liebsten einen Laserkrieg gegen Feinde aus dem All führen.

Das ist wohl auch der Grund, warum wir so unzufrieden mit der aktuellen Pandemie sind: wir Menschen brauchen es hart! So eine schleichende Pandemie, deren Auswirkungen nur durch Zahlenspekulationen zu erahnen ist, ist wie inexistent für uns. Sie ist weder Fleisch, noch Fisch. Eine Pandemie muss uns sofort ordentlich den Arsch aufreissen, damit wir sie als solche auch akzeptieren.

Und das, was in Italien, Spanien passiert? Reicht das nicht?

Nein! Wir wollen unbedingt, dass im speziellen „uns“ selber der Arsch aufgerissen wird. Wir müssen das spüren, damit wir danach bestürzt sagen können: „Das hätte sich doch nun wirklich niemand denken können“. Natürlich wollen wir das nicht vordergründig und bewusst! Aber wenn wir nicht überrollt werden, nehmen wir den ganzen Mist nicht wirklich ernst. Jetzt mal ehrlich! Also natürlich halten wir uns an die Ausgangsbeschränkungen, aber keiner weiss wirklich was Konkretes. Es herrscht eine grosse Unsicherheit vor und das führt zu Skepsis, Gemaule und Gemotze.

Unsere freiheitlichen Rechte! Unsere zivilen Errungenschaften! Unsere Meinungsfreiheit! Unsere individuellen Bedürfnisse! Das alles ist nun bedroht. Das waren wir bisher gewohnt. Dafür haben wir hart gearbeitet. Natürlich werden wir jetzt ungehalten und machen uns Sorgen!

Und tatsächlich wird die Angst und die Gefahr gerade von diversen Despoten genutzt, um Notstandserlasse durchzusetzen (da ich nicht auf Promodiss stehe, nenne ich deren Namen hier nicht – weiss eh jeder, wer gemeint ist). Klar stellt das auch eine Gefahr dar! Wie gesagt: ich traue dem System Mensch alles zu – also nicht dem Menschen an sich, sondern dem „System Mensch“ – auch, dass es künstlich Notstände schafft, um damit Notregelungen zu legitimieren, in Kauf nehmend, dass es seine eigene „menschliche“ Existenz damit aufs Spiel setzt. Mitleweile liegt der britische Premier selber auf der Intensivstation, als Opfer seiner eigenen Ignoranz. Wir wünschen ihm trotzdem gute Besserung. Er ist schliesslich auch ein Mensch. Aber ihr versteht, worauf ich hinaus will.

Aus gewisser Sicht, finde ich die Pandemie und den Einbruch der Wirtschaft deswegen gut. Jetzt ist mal Schicht im Schacht! Ja wir leiden, wir erkranken tödlich und wir sterben, wir sind hilflos…aber das ist tagtägliche Realität für mehr als die Hälfte der Menschheit. Und das  schon seit Ewigkeiten. Das sind doch auch alles Menschen, also VertreterInnen unserer Spezies? Jetzt kann es alle treffen. Auch die Queen, oder Bill Gates!

Die Massen an Hungertoten jedes Jahr. Tausende Geflüchtete, die im Mittelmeer ersaufen, oder von korrupten Schleusern, Mafiosis, Grenzposten etc. bedroht, genötigt, erpresst und wenn es sein muss abgeschlachtet werden. Es waren doch Menschen, die zu 70igst in einem Kühlwagen an der deutsch-österreichischen Grenze jämmerlich erstickten? Es sind doch auch Menschen, die in einem für 3000 Menschen zugelassenen Flüchtlingscamp auf Lesbos zu 20.000’st voller Entsetzen den unvermeidlichen Corona-Einfall erwarten, ohne ausreichende medizinische, hygienische, nahrungstechnische und sanitäre Versorgung.

Das sind doch auch Menschen? Oder etwa nicht? Also dann müssten wir ja seit Ewigkeiten ständig empört sein? Nein! Wir sind erst dann empört und entsetzt, wenn das Dach von Notredame brennt, um innerhalb von Tagen Spenden in dreistelliger Millionenhöhe zu sammeln und die Sache nach 2 Wochen wieder komplett zu vergessen. Deswegen haben wir es anscheinend auch nicht anders verdient. Vielleicht müssen wir jetzt mal unfrei werden, damit wir endlich begreifen, dass alle Freiheit nichts nützt, wenn sie nur ein Privileg ist. Privilegien sind nicht nur auf besondere Menschengruppen begrenzt, sondern auch zeitlich – wie uns jetzt wieder schmerzhaft klar wird.

Wer das nicht kapiert, der muss halt in Karantäne. So schaut’s aus! Für diejenigen, die in der freien Marktwirtschaft ihre steuerfreien Kapitalgewinne erzielen: Ihr seid Loser! Ihr könnt jetzt, wo ihr die Zeit dazu hättet nicht mal wie Onkel Dagobert in Scheinen und Münzen schwimmen, weil Bargeld auch Viren übertragen kann und deswegen auch bald abgeschafft wird. So existiert euer Vermögen im digitalen Raum. Ihr könnt euch zwar vieles kaufen, aber momentan auch nicht viel damit anfangen. Nix könnt ihr machen, genauso wie wir. Das ist Gerechtigkeit!

Deswegen wünsche ich euch allen aber trotzdem Gesundheit, Durchhaltevermögen, wirtschaftliche Beruhigung, und den Übergang in die nächste humane Bewusstseinsebene. Heult nicht um euer Vermögen. Seid froh, dass es weg ist. Es bringt eh nix. Unterschreibt stattdessen lieber folgende Petition für Grundeinkommen. Die liegt gerade auf dem Tisch des Bundestags:

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2020/_03/_14/Petition_108191.nc.html

Ich habe keine Angst, ich bin wütend!

Durchgeknallte Killerkommandos mit Verbindungen zu Verfassungsschutz, Polizei, KSK und Bundeswehr machen wieder Jagd auf „Meinesgleichen“! Die rassistischen Amokläufe finden gerade in einer solch dichten Abfolge statt, dass einem schwindlig wird. Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident dieses Staates, dessen Angehöriger ich bin, fordert von der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, dass sie “mit ihren Stimmen einen MP der SED/Linke auf jeden Fall verhindern“ möge, was im Gegenschluß bedeutet, sie mögen doch bitte ihre Stimme dem Kandidaten der AFD geben. Flüchtlinge werden an der EU-Außengrenze von griechischen Grenzposten ermordet, nachdem sie von der türkischen Regierung dort als Kanonenfutter hingetrieben wurden. Rechtsradikale deutsche PolitikerInnen fordern schon seit längerem den Einsatz von scharfer Munition bei Grenzübertretungen durch Geflüchtete. Die griechische Grenzpolizei setzt das jetzt um und wird von der EU-Kommisionspräsidentin dafür gelobt mit den Worten: “Wir danken der griechischen Regierung, die den Schutzschild für die EU darstellt. Wovor wollt ihr euch schützen? Und wer schützt bitte den Rest der Welt vor euch und vor euren Waffen?

Dafür kriegen die zuvor als undiszipliniert und verschwenderisch gescholtenen und in den finanziellen Ruin getriebenen Griechen nun doch ein finanzielles Hilfspaket, aber nicht für die Betreuung der Geflüchteten, sondern für ihre Grenzpatroullien. Derweil terrorisieren griechische rechtsradikale Identitäre die hilflosen Menschen, die eh nichts haben und um ihr nacktes Überleben bangen, attackieren JournalistInnen und internationale Helfer und Helferinnen. Deutsche Identitäre bilden Aktionstrupps und machen sich auf die Reise, um ihren griechischen Gesinnungsamöben beizustehen. Die türkische Regierung gibt den Duktus vor, Europa springt hysterisch im Kreis und bläht die Flüchtlingskrise zur Existenzproblematik auf, getrieben von den faschistischen Lagern, die sie politisch in die Enge treiben.

…die tragischerweise auch noch dazu in der Lage sind, einen ganzen Kontinent – der sich wie kein anderer als Epizentrum der demokratischen Gesinnung begreift – in die Enge zu treiben. Warum? Weil die Europäer sich anscheinend heimlich doch ein Sicherheitsrelais für ihre Existenzängste erhalten haben: nämlich den Rassismus. Ja, es ist sehr traurig, aber das großmäulige Europa zerbricht in eitler Selbstbeweihräucherung an seinen eigenen Idealen, die es wohl schon immer zu weit unten im Regal eingeordnet hatte. Gaaaaaaanz weit unten. Ist das etwa das Europa, das zwei Weltkriege mit Millionen Toten hinter sich gebracht hat und seit Jahrzehnten dem Rest der Welt Aufarbeitungs-Lektionen erteilt?

Die Faschisten marschieren wieder. Besonders dreist tun sie das aber in Deutschland. Und an dieser Stelle hole ich ganz ungeniert wieder meine altbewährte Nazikeule raus, auch wenn so mancher meiner deutsch-deutschen StaatsgenossInnen jetzt wieder die Augen verdrehen mag: Wenn sich wer angesprochen fühlt, um so besser! Dabei ist es mir scheißegal, welchem politischen Lager er oder sie angehört. Ich war lange naiv genug, den Deutschen die faschistische Kontinuität in ihrem Staatsgebilde und in der Zivilgesellschaft wieder und wieder klar machen zu wollen. Der Knackpunk liegt dabei vor allem an dem mangelnden Wissen, um die Nazistrukturen in den staatlichen Institutionen. Die Geschichte der Nachkriegszeit ist für den permanenten Rechtsdrang der letzten Jahrzehnte in der Gesellschaft entscheidender, als die des 3. Reiches selber.

Die RassistInnen und FaschistInnen sitzen in der Politik, Jusitz, im Verfassungsschutz, im BND, Polizeiapparat, Bundeswehr, in Sondereinsatztrupps, in Verlagen, Think Tanks etc. etc. etc.. Auch bin ich der Meinung, dass es sie in allen politischen Parteien gibt. Wir müssen uns immer noch und gerade jetzt mit diesem Thema auseinandersetzen und um unsere gemeinsamen menschlichen Werte kämpfen. Es wird nie eine Zeit geben, in der man sich gemütlich nach hinten lehnen kann und sagen kann: “Wir haben unsere faschistische Vergangenheit komplett aufgearbeitet. Diese Gefahr ist überwunden”. Und es gab diese Zeit auch noch nie. Wer das nicht akzeptiert, verpennt das entscheidende Momentum und das führt uns wieder zu der fundierten Weisheit: “Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf!”

Nein ich habe keine Angst! Ich bin wütend! Insbesondere ob der anmassenden Haltung mit der rechtsradikale Wahnsinnige in diesem Land meinen, hier die Agenda bestimmen zu können. Noch mehr bin ich jedoch sauer auf diejenigen, die dazu einfach nur schweigen, nichts tun und nichts sagen! Diejenigen, die sich berieseln lassen von der Angst, die die PopulistInnen geschickt erzeugen und sich einmümmeln in das letzte bisschen wohlige Identität, die übriggeblieben ist vom Wirtschaftswunderwohlstand und der Demokratieverheißung der Nachkriegszeit. Sie haben sich über Jahrzehnte so wohl und sicher gefühlt in ihrem Selbstbild des/r selbstgerechten Europäers/in, dass sie tatsächlich meinten, sie wären immun gegen alles Schlechte im Menschen. Besonders in Deutschland hielt der Glaube lange an, mit dem Marschallplan von der Seuche der Nazis “freigekauft” worden zu sein. Aber nun merken auch die hartnäckigsten unter ihnen bewußt oder unbewußt, dass dies nie der Fall war, dass der deutsche Nationalsozialismus immer noch tief verankert ist in dieser Gesellschaft.

Nun ist die Frage: wie reagiert die sogenannte “Mitte der Gesellschaft”? Mit dieser Frage steht und fällt auch das Schicksal der AFD: Wird die Mitte sich beherzt auf die Seite der Verfassung und der Demokratie stellen, so wie Lübcke damals in Kassel, oder wird sie sich wohlfeil und hilflos in ihre Angst zurückziehen, den rechten PopulistInnen Raum geben und sich ihre Argumente schönreden und nachblöken aus reiner Trägheit, Verantwortung zu übernehmen? Verantwortung für sich, die menschlichen Grundwerte und für die eigene Würde!

Genau die, die bisher mit lauter Stimme und besserwisserischer Miene mir von der Aufarbeitung der deutschen Nazivergangenheit und der deutschen Verfassung daherdoziert haben. Genau die, von denen man jetzt auf einmal gar nichts mehr hört. GENAU DIE! Genau dieselben, die jetzt ganz betreten und gesenkten Hauptes meinen: “Das hätte man sich doch nie denken können!” und damit das Thema mit der selben Selbstgefälligkeit vom Tisch fegen.

Wer mir jetzt mit der Leier kommt, ich solle nicht so übertreiben, den oder die will ich nur daran erinnern: Faschos nehmen tagtäglich unschuldigen Menschen ihr Leben! Sie morden ohne Gewissen, ohne Skrupel und sie scheuen sich auch nicht, das Kind beim Namen zu nennen: Sie hassen “die Anderen”. Aber eigentlich hassen sie Menschen. Sie haben einen tiefen Drang danach, zu hassen. Woher dieser Drang kommt, kann ich nur in Anstätzen erahnen. Ich tippe mal darauf, dass er aus einer tiefen Autoaggression entsteht, die Menschenmassen ergreift, die das Vertrauen in ein übergreifendes funktionales Staatssystem verloren haben. Wenn Staatsgerüste zum Steigbügelhalter der neoliberalen globalen Konzerne geworden sind, die ihnen dazu verhelfen, die großen Kapitalströme dieser Welt ungeniert in ihre Kontrolle zu bekommen und dabei die Steuerlast und die wirtschaftlichen Defizite geschickt auf die Bevölkerung abzuwälzen. Genau das ist die beste Grundvoraussetzung für das Erstarken der Rechten, deren Job es ist, geduldig in der Ecke zu warten, um im geeigneten Moment die Existenzängste der Massen mit populistischen Mitteln in leicht beherrschbare völkisch-nationale und rassistische Kanäle zu leiten.

Das Schlimme am Faschismus ist: er ist keine Ideologie. Er kann sich aber in jeder Ideologie einnisten. Also glaubt ja nicht, ihr seid davor gefeit, nur weil ihr Linke, Sozis, aus der Arbeiterklasse seid, von Holocaustopfern abstammt, oder einer verfolgten Religion, oder Gesinnung angehört. Er kann überall auftauchen, auch in dir, in mir! Hass ist der Gegenpol zu Liebe und genauso wie diese kann er überall auftauchen. Er wächst, wenn man ihn pflegt und verkümmert, wenn man sich von ihm abwendet.

Ich habe keine Angst! Vor Niemandem! Ich bin mir nur der Bedrohung bewusst. Genau deswegen werde ich dem deutschen Innenminister die Aussage nie verzeihen, die Migration wäre die Muter allen Übels. Falls er sich als halbwegs gebildeten Menschen begreift, dann müßte er – der sich nicht nur Innen-, sondern auch Heimatminister schimpft – demütigst einsehen, dass die Migration  MITNICHTEN die Mutter allen Übels, sondern die Mutter jeglicher Kultur und Zivilisation ist und auch schon immer war! Da lohnt ein Blick ins Geschichtsbuch! Ohne Migration hätte es die Rainessance nie gegeben und die Grundlage seiner Partei – das Christentum – wäre auch nie in Europa angekommen, wenn die 12 Apostel nicht in alle Windrichtungen geeilt wären um „Gottes Wort zu verbreiten“ – sozusagen als „Illegale und nicht gern gesehene“ wandernde Missionare. Das Wort Ostern kommt von Osten und so manches andere, was in der Grundsubstanz einer “christlich-westlichen Welt” nicht fehlen darf auch. Auf die alte Leier mit dem Weihnachtsbaum und dem Mithraskult verzichte ich jetzt großzügig, um dem/r geneigten Leser/in nicht die Geduld zu rauben.

Ich hatte damals – das war 2018 – bei einer Ansprache darauf erwidert, dass ich diese Aussage nicht nur als ein Zeichen von historischem Unverständnis, abgrundtiefer Hohlköpfigkeit und als eine Beleidigung für mich und Meinesgleichen erachte, sondern auch als eine “Bedrohung”. Jetzt wird mir wieder einmal auf tragische Art bewußt, wie Recht ich hatte!

Wenn ich so rede, werde ich oft von verwunderten FreundInnen angesprochen, ob die Angst schon so sehr in meinen Alltag einzug gehalten hätte? Ich antworte darauf aber: “Nein, ich habe keine Angst! Schon gar nicht vor Leuten, die sich in der direkten Nachfolge einer Verlierergesinnung sehen, die in der Geschichte schon für so viel Elend verantwortlich war, 2 Weltkriege provoziert und beide auch noch armselig verloren hat! Faschismus ist die Gesinnung von Verlierern!

FaschistInnen und NationalistInnen sind willfähriges Verfügungsmaterial für den neoliberalen Haifischkapitalismus und mehr nicht. Sie sind weder besonders gewieft, noch argumentieren sie geschickt. Wenn es nun so weit kommen konnte, dann deswegen, weil man sie gewähren lässt. Das war damals so und so ist es auch heute noch. Dessen müssen wir uns immer gewahr sein!

Die Politik und die denkende Elite hat nun endlich erkannt, woher die Gefahr kommt. NÄMLCH VON RECHTS! Auch Herr Jürgen Habermas hat sich nun klar und eindeutig dazu geäußert. Dafür gebührt ihm unser aller Dank. Aber die Tatsache, dass sogar er die migrantischstämmigen Opfer der letzten Anschläge nicht mit einem Wort nennt, zeigt die Visions- und Empathielosigkeit, in der die deutsche Gesellschaft steckt.

Meine lieben deutsch-deutschen MitbürgerInnen: Ihr werdet es nie vermögen, diese Angelegenheit mit „euren Nazis“ im Alleingang zu regeln. Auch so gewaltige Hirne wie Habermas werden mit großen Worten nicht weiter kommen! Es wird überhaupt nichts helfen. Eure weiß-weißen Antirassismusaktionen und großen Benefizkonzerte werden nichts aber gar nichts bringen.

Das einzige, was hilft ist folgendes: Ihr müsst erkennen, dass wir nur dann mehr sind, als die, wenn ihr uns migrantische Mitmenschen als ein gesellschaftliches Potential erkennt und auch zu Worte kommen lasst, wenn wir eingeladen werden, sichtbar und hörbar werden bei all diesen Veranstaltungen! Auch, wenn euch das Deutsch von einigen von uns nicht gefallen mag. Wir sind nicht auf euren guten Willen und eure Toleranz angewiesen, sondern wir alle sind zusammen auf unser aller uneingeschränkte Kraft angewiesen. Auch ihr! Ihr seid nicht alleine mit eurer historischen Verantwortung und alleine schafft ihr das auch nicht. Wir sind genau so Deutsche, wie Ihr auch und wir haben kraftvolle Stimmen! Lasst uns gemeinsam aufstehen, organisieren, sprechen, singen und uns äußern. Hört uns zu! Es lohnt sich. Ich sage das jetzt schon zum zigtausendsten mal! Bisher habe ich nur zustimmendes Nicken und Schulterklopfen dafür erhalten. Diesmal erwarten wir mehr. Die Zeit drängt! Gedenkt der Opfer der Anschläge. Nennt sie beim Namen! Macht sie sichtbar! Das sind auch eure Opfer. Das sind keine Fremden. Laßt sie uns nicht vergessen!!!!

Hier kann man für ihre Angehörigen spenden: Die Amadeo-Antonio-Stiftung sammelt Spenden für die Opfer von Hanau.

In diesem Sinne: bitte geht wählen und wählt was Gescheites! Das ist durchaus möglich. Wir leben immer noch in einem demokratischen Land, das einem als StaatsbürgerIn genug Möglichkeiten bietet, seinen politischen Willen zu manifestieren. Man muß es nur wollen.

Die Drogenvergangenheit der Briten in a Nutshell

Ist das nicht erstaunlich? Seit Jahren gilt die Globalisierung als das Modell der Zukunft und was kommt nun zum Vorschein? Nationalistischer Protektionismus und Populismus. Zumindest in der weißen Hemisphäre der Menschenwelt.

Sogar die Briten, die über Jahrhunderte einen großen Teil der Welt beherrschten, ziehen sich zurück in ihre Nußschale. Sie suchen Schutz im Engen, Vertrauten, Gewohnten.

Dabei müßten sie am besten wissen, dass das nichts hilft. Den Chinesen hat es damals im 19. Jhd. auch nicht geholfen, sich in ihre Wirtschaftsblase zurück zu ziehen. Damals kontrollierten sie ihren eigenen Handel und waren seit je her wirtschaftlich autochton. Ihr Untergang begann mit Tee, denn der war und ist in England schon immer sehr beliebt gewesen. Und da die Chinesen den Teemarkt kontrollierten, mußten die Briten diesen von ihnen kaufen, und zwar in rauen Mengen. Das ging richtig ins Geld.

Vor allem mißfiel es den Engländern, sich permanent mit der Käuferrolle begnügen zu müssen. Wenn Handel, dann mußte das schon in beide Richtungen gehen. Aber die Chinesen hatten kein Interesse an den Produkten der degenerierten Weißen.

Also bedrängten diese die chinesischen Kaiser lange Zeit mit der Forderung nach bilateralen Handelsbeziehungen. Diese lehnten aber konsequent ab. Eigentlich mit Recht. Warum sollten sie ihre Märkte dem Ausland öffnen, wenn sie doch ganz gut klar kamen mit dem eigenen Binnenangebot in ihrem riesigen Reich?

Diese introvertierte Sturheit trieb vor allem das britsche Großkapital schier in den Wahnsinn. Es floßen nämlich Unsummen des britischen Goldes nach China, aber es gab keinen Gegenfluß. So konnte es auf Dauer nicht lange weitergehen. Es mußte etwas geschehen! Sie mußten irgendeinen Weg finden, den Chinesen ihr kolonialistisches Handelsportfolio unterzujubeln.

Irgendwann Anfang des 19. Jhds war endlich die Lösung gefunden: auch Chinesen konnte man in Abhängigkeit bringen. Sie standen nämlich unwahrscheinlich auf Opium und darauf hatten die Briten fast unbegrenzt Zugriff durch ihre imperial-kolonialen Positionen, vor allem in Indien.

Also ging es los mit dem illegalen Opiumschmuggel nach China, in großem Format organisiert durch Drogenbarone, die mit der britischen Handelsflotte kooperierten und gesichert durch britisches Militär. Hauptstützpunkt war der Schmugglerhafen Hongkong.

So sehr sich die chinesischen Kaiser und die kaiserliche Administration durch Sanktionen, Verbote und schwere Strafen dagegen zu wehren versuchten, es half alles nichts: ihre Untertanen wollten den Stoff und die Engländer überschwemmten den Markt.

So kam, was kommen mußte: die Chinesen griffen im Spätsommer 1839 britische Handelsschiffe an, konfiszierten das Opium und zerstörten es. Drakonische Strafen bis hin zur Todesstrafe trafen Konsumenten, kleine und große Händler, auch Europäer waren darunter. Daraufhin lief es damals fast genau so, wie es heute auch noch üblich ist: ausgerechnet die miesesten Ganoven spielten sich als die Verfechter des freien Handels auf und riefen ihr britisches Königreich um Hilfe an, welches Ihnen diese narürlich willfährig gewährte: Der daraufhin entbrannte sogenannte 1. Opiumkrieg ging bis zum 29. August 1842 und endete in der Okupation der wichtigsten Handelsniederlassungen an der chinesischen Küste, der Auflösung der chinesischen Außenhandelsmonopols und der Öffnung des chinesischen Marktes für die Güter der Briten und anderer europäischer Staaten. Noch dazu mussten die Chinesen den englischen Drogendealern das gesamte zerstörte Opiumgut ersetzen.

Der Konflikt gärte noch etwas nach und es kam zum 2. Opiumkrieg von 1856 bis 1860, im Zuge dessen die verbündeten Truppen der Franzosen und Engländer – durch Beihilfe von geförderten Rebellentruppen – die chinesische Souveränität völlig untergruben und auch in Peking einzogen.

Als Nebeneffekt wurde die Wirtschaftsmetropole Hongkong geboren. Dort etablierte das britische Großkapital eine der dreckigsten Bankunternehmen der Welt, um ihre Drogengewinne abzusichern: nämlich die HSBC (Hongkong & Shanghai Banking Corporation), die seit dem bis in die Moderne als „die“ Schwarzgeldwaschanlage für Drogenkartelle aus der ganzen Welt fungierte.

1911 brach dann das chinesische Kaiserreich zusammen und die imperialistischen Gauner tobten sich aus bis dann der große Mao Tse Tung anrückte. Der Rest ist bekannt.

Dies ist eine sehr interessante Episode der britischen Imperialgeschichte, finde ich. Angesichts dieser gewinnt der feige Rückzug aus der EU und die große Unterstützung, die diese Politik durch das Wahlergebnis vom 12.12.2019 durch die britische Bevölkerung erfahren hat, noch mehr an Gewicht.

Ich wünsche diesen Schweinepriestern die chinesischen Heuschrecken an den Hals, auf das sich die Geschichte rächen möge! Und dann bin ich auch noch so frech und wage ein dystopisches Science Fiction Szenario: die chinesischen neoliberalen Kommunisten werden dann von europäischen postkapitalistischen Rebellen in die Flucht geschlagen. Die Tories gehen in der Revolution unter. Das britische Großkapital flüchtet nach Russland, das ihnen eine steuerbegünstigte Freihandelszone am Don bietet.

Material zum anlesen und Überblick verschaffen:
https://www.welt.de/geschichte/article172647940/Erster-Opiumkrieg-Als-England-weltgroesster-Drogendealer-wurde.html
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/geschichte/geschichte-opium-fuers-volk/4171512.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Opiumkrieg
Ausführliche Dokumentationen zu HSBC:
https://www.youtube.com/watch?v=a-uHKWu2nDw
https://www.youtube.com/watch?v=sTVPicgC5yU

Zum Gepöbel in Zwickau

Einige von euch werden den Rummel um die Gedenkstätte an die NSU-Opfer in Zwickau mitgekriegt haben. Im Grunde eine gute Sache, hat diese Angelegenheit jedoch erstaunlicherweise sowohl die Rechten, als auch die Linken, aber vor allem die Angehörigen der NSU-Opfer empört. Viele haben es nur am Rande mitgekriegt und wissen über den Ablauf der Ereignisse nicht genau bescheid!

Ich will dieses Vorkommnis hier auf meine Art analysieren, weil es meiner Meinung nach eine sehr klare Momentaufnahme der gesellschaftlichen Brüche in Deutschland wiedergibt.

Was ist passiert?

In Zwickau, wo das Kerntrio des NSU zuletzt im Untergrund lebte, wurde von einer Bürgerinitiative am 8. September 2019 zum Gedenken an Enver Şimşek – dem ersten Opfer der NSU-Mordserie – auf der Ziegelwiese im nördlichen Teil des Schwanenteichparks eine Deutsche Eiche gepflanzt. Nur wenige Wochen später wurde der Baum von Unbekannten abgesägt. Eine Woche später wurde auch eine Bank mit einer Inschrift zerstört, die zum Gedenken an Şimşek aufgestellt worden war.

Dies sorgte berechtigterweise für allgemeine Empörung. Nun hat sich – wohl ausgelöst durch den schlimmen Anschlag von Halle am 10. Oktober – eine Schüler*inneninitiative der geschändeten Gedenkstätte in Zwickau angenommen. Ein paar Tage nach besagtem Anschlag wird eine große Gedenkveranstaltung abgehalten und die Wiedereinrichtung des Gedenkstätte – diesmal bestehend aus 10 Bäumen (für alle NSU Opfer) – beschlossen. Sogar die Bundeskanzlerin ist zur Einweihungsfeier eingeladen! Ein großartiges Zeichen von Bewußtsein, Haltung und Zivilcourage – noch dazu dargebracht von Schüler*innen in Zwickau! Wundervoll.

Das Problem ist nur, dass weder die Schüler*innen, noch die Lehrer, noch irgendjemand in der Stadtverwaltung und der Politik sich anscheinend auch nur Ansatzweise vorstellen konnte, dass eine Gruppe bei diesem wichtigen Ereignis im Grunde nie und nimmer fehlen darf: Die Angehörigen der Opfer und all die migrantischen Bürgerinitiativen, die seit Jahren sich um die Aufklärung und Aufarbeitung des NSU Komplexes bemühen. Vor lauter schnell schnell, hat man diese Menschen vergessen. Unglaublich!

Nun kam es doch tatsächlich am 4. November zur Einweihung durch Bundeskanzlerin Angela Merkel in Begleitung von Schülervertreter*innen, dem Sächsischen Ministerpräsidenten und der Oberbürgermeisterin von Zwickau. Eine Handvoll repräsentativer Menschen, die dort ein Zeichen setzen wollten.

Die Gedenkstätte war wohl weiträumig abgeriegelt worden, denn es hatte sich schon eine Gegendemonstration von „wütenden Bürger*innen“ formiert, die mit „Merkel muß weg“ Rufen die Veranstaltung stören wollten. Sie werfen der Bundesregierung eine Wahrnehmungsverschiebung vor, denn für sie ist diese Gedenkstätte völlig unwichtig. Sie bedauern, dass die Regierenden in diesem Lande ihre Steuergelder sinnvoller ausgeben sollten, indem sie sich gefälligst um die wahren „Deutschen“ im Lande kümmern.

Deutschlandfunk Kultur reagiert am Tag darauf mit einer Sendug, die das Gepöbel der Rechten und die Verrohung der Gesellschaft  verurteilt!

Wir haben hier eine übliche Situation: Deutsch-deutsche Demokrat*innen zeigen Zivilcourage und Gedenken der Opfer von rechter Gewalt, die wiederum ebenfalls von Vertreter*innen der Mehrheitsgesellschaft verübt wurde. Die Polizei besteht vorwiegend aus deutsch-deutschen Beamt*innen und es protestieren deutsche Reche, die dieses Gedenken als Affront gegen sich sehen. Die Demokrat*innen und die seriösen Medien im Lande verurteilen das Gepöbel gegen die Kanzlerin.

Fazit: die Kartoffeln sind wieder mal mit sich selbst beschäftigt und auch fest davon überzeugt, dass sie alles richtig begreifen und das schon lösen werden. Zu Gunsten wessen auch immer: Entweder setzen sich die einen durch und lassen sich als Helden der Demokratie feiern, oder eben die anderen und machen dann im Auftrag des Staates ungeniert Jagd auf alle „Anderen“ – so wie das schon einmal auf unmenschliche Weise in diesem Land passiert ist. In beiden Fällen interessiert die Meinung der „Restgesellschaft“ nicht. Die müssen sich zurücklehnen und seufzend warten bis die Herrenrasse die Sache geklärt hat.

Eine Gedenkstätte für die Opfer des NSU in Zwickau! Wie wichtig und wertvoll dieses Zeichen jedoch tatsächlich wäre!

Ich sage „wäre“, denn sowohl die Tatsache, dass die Angehörigen der Opfer weder eingeladen, noch benachrichtigt wurden, als auch der Fakt, dass mehrere Namen der Opfer falsch geschrieben wurden, zeugt leider von einer halbherzigen Intention des Ganzen.

Da ich zunächst dachte, dass diese Veranstaltung von der Bundesregierung initiiert war, wurde ich sofort mißtrauisch: Ich dachte der Grund für den Faux Pas wird die Sorge davor gewesen sein, das Rechte Spektrum (mit Sicherheit auch unter den eigenen Wählern) verärgern zu können. vor allem aber war ich überzeugt, dass diese Entscheidung in der Sorge begründet lag, dass man bei einer Zusammenkunft mit den Angehörigen mit Konfrontationen und Forderungen um Tansparenz und Aufklärung im und um den NSU-Komplex zu rechnen hätte. Mitlerweile glaube ich aber, dass man die Angehörigen einfach vergessen hat, genauso, wie Frank Walter Steinmeier in Halle vergessen hat, dem Dönerimbiss, in dem ja bekanntlich 2 Menschen vom Attentäter hingerichtet wurden, seine Aufwartung zu machen. Ich befürchte tatsächlich, dass diese Menschen vergessen wurden und ständig vergessen werden. Ich vermute darüber hinaus, das das deswegen so ist, weil die Opfer mit Migrationshintergrund nur als symbolische Aufsteller fungieren, sozusagen als Markierungen, an denen man in ständiger Wiederkäuer-Manier sein vom Holocaust geplagtes Gewissen abarbeitet.

Heftige Reaktionen von Rechts hat man so oder so zu erwarten. Damit muss man rechnen! Sich darüber zu wundern, ist Heuchelei! Das ist die Realität in Deutschland! Und der muss man sich endlich entgegenstellen. Nichts hätte sich dazu besser geeignet, als ein Schulterschluss mit den Angehörigen, aber denkt man nicht mal.

Jetzt ist wieder einmal das Schlimmste eingetreten: keine klare Haltung gegen Rechts, keine klare Benennung der Täter und ihrer organisierten Netzwerkstrukturen, keine klare Positionierung an der Seite der Opfer und ihrer Angehörigen, kein klares Statement „gegen den Faschismus“!

Genau deswegen denke ich leider, dass man sich jetzt mal auf die Hinterbeine stellen sollte, statt hier über „Pöbeleien“ abzujammern, die nichts anderes sind, als Auswüchse von organisierten faschistischen Strukturen, die man seit Jahrzehnten auf Staatsebene bewusst und subtil protegiert, deren Akzeptanz man aber mit unbeholfenen Statements und solchen schwammigen Aktionen auch offen fördert.

Keine der genannten Parteien sieht die sogenannte „Opferpartei“ überhaupt als eine relevante Größe in diesem Game! Der Faschismus in Deutschland ist jedoch nicht nur eine innere Angelegenheit der (Deutsch-) Deutschen! Er kann nur besiegt werden, wenn die gesamte Gesellschaft sich organisiert gegen ihn stellt. Und das ist nur möglich, wenn auch alle Bestandteile der Gesellschaft immer angesprochen werden.

Abgesehen davon: stellt euch mal vor, Euer Vater wird ermordet und es findet eine Gedenkveranstaltung statt, auf der Ihr nicht eingeladen seid? Und noch dazu wird sein Name falsch geschrieben?

Wie würdet Ihr reagieren?

Be Kunst my friend!

Das Problem ist nämlich: in dem Moment, in dem du meinst, politisch zu sein, bist du schon raus aus dem Kunstschissel! Die nächste Station ist dann immer gleich Ai Wei Wei. Wenn du nur “kreativ” bist hingegen, dann erübrigt sich die Frage eh. Was willste da noch groß labern? Das Geld ist dein Chef. Face it! Aber wenn du Kunst machst, dann ist das Geld dein Feind. Ob du’s willst oder nicht. Gibt’s nichts zu machen.

Du wolltest Kunst machen und sie ist aus Versehen zu Pop geworden? Ach so – dieses Versehen gab’s zuletzt in den 60’ern. Das gibt es jetzt nicht mehr. Jetzt ist es…Pop..und Kunst. Das nennt sich dann gleich Pop Art, klingt mitlerweile eher nach unkorrektem Milchprodukt und ist in jedem Supermarkt zu haben. Das bringt zwar Geld, macht aber viel Plastikmüll.

Also was machen mit der Kohle? Verbrennen, so wie damals KLF? Das war ein Kunstprojekt, das darauf angelegt war, Pop zu werden. Und es hat tatsächlich auch geklappt! KLF hat aber die Uhr noch weiter gedreht, indem sie die Einnahmen aus dem Projekt öffentlich verbrannt haben. Das war grandiose, die Materie schamlos verachtende Kunst. Kunst in ihrer vollkommenen Radikalität! Kunst, die den Kapitalismus vorführt, statt sich hörig unterzuordnen! Somit erhielt KLF seine Würde zurück und wurde dafür von konservativen Kleinbauern auf den Kanalinseln verständlicherweise bitterst gehatet. Das war geil!

Batsch sind seitdem 3 Jahrzehnte vergangen und was ist passiert? Der Begriff “Wirtschaft” regiert krasser denn je. Die Kreativen sind als erstes gefallen. Sie wurden stufenweise “gesundtherapiert”. Zunächst mussten sie einsehen, in welcher Misere sie sich befinden, ohne die Wirtschaftlichkeit. Dann mussten sie Dankbarkeit üben und sich Marketingkonzepte aneignen. Sie schnappten nach jedem happen, den man Ihnen entgegenwarf und wurden zu “Marken”! Jetzt sind sie existenzberechtigt!

„Kreativ“ ist jetzt tot. Das Zauberwort heißt: “Kreativwirtschaft”. Du benötigst dazu lediglich einen kreativen Impuls und eine/n Wirt/in, der/die was schafft. Dann hast du eine Kreativwirtschaft. Musikwirtschaft gibt’s natürlich auch, oder Kulturwirtschaft. Den Begriff Kunst gibt’s glaub’ ich auch mit diesem Anhängsel? Wart ich gugel mal!

….Scheisse, offline!

Also, das ist echt lächerlich hier in Deutschland! Alle machen wichtig rum mit ihrer Web-Affinität, aber wenn du in ‘ner Bahn ins Münchner Umland fährst, dann bist du halt gerne mal für mindestens 20 Minuten Offline. So ein Mist! Kein Wunder: Herrenrasse hat halt keine Ahnung von Dienstleistung!

Na ja, dann gugelt halt selber! Ihr könnt mir ja bescheid sagen, ob die Begriffskombi (ich weigere mich, sie zu erwähnen) gängig ist, oder nicht. Ich befürchte das Schlimmste. Meiner Meinung nach könnte man die Kunst ja gerne als “Bordell” bezeichnen, als „Müllhalde“, oder als „Wiege der menschlichen Kultur“, whatever! Aber als Teil einer Wirtschaft? Warum gibt’s denn noch keine Wirtschaftskunst? Das wär doch mal was?

Ja, drehen wir den spieß doch mal um: Politkunst! Kreativkunst, Musikkunst, Sozialkunst, Onlinekunst, Konsumkunst, Sexkunst. Unterrichtskunst, statt Kunstunterricht! Es könnte noch viel mehr Begriffe wie diese geben, die der Kunst zu einer Art Gegendominanz verhelfen würden.

Aber im reellen Sprachgebrauch gibt es nur viel zu wenige von ihnen. Mir fallen spontan nur Begriffe wie Volkskunst, Raubkunst und Scheißkunst ein.

Dabei ist ja in der Hinsicht Sachsen offen: Automobilkunst, Reisekunst, Sportkunst. Und gegen das Totschlagargument “Hey jetzt komm mal runter! Davon wird man doch nicht satt. Kunst kann man doch nicht essen?” hab ich dann noch die hier: Essenskunst. Foodkunst. Brezenkunst. Kochkunst. Trinkkunst, und, und, und…

Nehmt erstmal das ihr pseudokreativen Gameprogrammierer!

Guckuk: Der Hass ist schon wieder da

Dieses Zitat schwirrt gerade duch die Medienwelt:

„Der Hass bricht nicht plötzlich aus, er wird gezüchtet. Alle, die ihn als spontan, oder individuell deuten, tragen unfreiwillig dazu bei, dass er weiter genährt werden kann“ (Carolin Emcke: „Gegen den Hass“).

Die Vorstellung des gezüchteten Hasses ist ein imposantes Bild – und natürlich mitnichten ein neues. In Europa herrscht meiner Meinung nach kein Sinneswandel und auch kein Rechtsruck vor. Es ist lediglich die Manifestation einer ewigwährenden elitären Grundhaltung, die seit dem Entstehen der Nationalismen eine Qualität angenommen hat, die es erlaubt, Mikroeitelkeiten innerhalb von Landesgrenzen passgereicht hochzuskalieren und auf eine Masse von Menschen mit möglichst einheitlichen Identitätsfaktoren zu übertragen.

So sehr wir auch die Vorzüge der französischen Revolution genossen haben, dürfen wir nicht vergessen, dass wir ihr auch die Qual des Nationalismus zu verdanken haben. Der Nationalismus ist die Hasszuchtanlage der Moderne und sie scheint auch noch in der Postmoderne ihre Funktion nicht zu verlieren. Man kann sich sicher sein, dass dieser Betrieb noch nie eingestellt wurde und auch nicht wird. Nein! Die Maschine läuft im Hintergrund immer weiter, sie läuft im Unterbewusstsein – auch in Friedenszeiten wie diesen -, während wir so banale Dinge tun wie Fußball schauen, ins Theater oder ins Kino gehen, einkaufen, in den Urlaub fahren und unserer täglichen Arbeit nachgehen.

Wir sind die Masse, um die ständig geworben wird. Unsere Entscheidungen sind bestimmend! Nur sind wir uns dessen selten bewußt. Wir machen es uns gerne einfach. Wir lassen uns Apps programmieren, die uns vermeintlich Kommunikationsaufwand abnehmen, aber uns immer tiefer in ein Businessgeflecht hineinziehen, in dem wir als willfährige Umsonstdienstleister mißbraucht werden. Während Großkonzerne ein Vielfaches an Staatsbudgets im Jahr Umsetzen, glauben wir an die autonome Souveränität unseres Staates. Aber uns ist nicht bewußt, dass in der heutigen Zeit kein Staat dieser Welt unabhängig agieren kann, es sei denn, er besitzt ein strategisches und militärisches Machtmonopol.

Dann stellt sich natürlich die Frage: Wer finanziert diese Macht? Reichen Steuereinnahmen aus, um eine militärische Macht zu etablieren, die den eigenen wirtschafltichen Einflussbereich kontrolliert? Wer zahlt diese Steuern, wenn es Google, Ikea, Microsoft und Apple nicht tun?

Man weiss es nicht genau, aber zwischen 3000 und 6000 Wohnungen in Berlin gehören einem einzigen britischen Konzern. Das klingt im ersten Moment vielleicht banal, aber wenn man bedenkt, wieviele Immobilien diese Firma wohl auf der gazen Welt besitzt, dann kann einem schon schummrig werden. Vor allem, wenn man bedenkt, wieviel Aufwand teilweise betrieben werden muss, um den Eigentümer seiner Wohnung ausfindig zu machen und dass man bei der Recherche dazu schonmal um die halbe Welt geführt wird, dann wird’s allmählich sogar gruselig:
https://interaktiv.tagesspiegel.de/lab/das-verdeckte-imperium/
https://wem-gehoert.berlin/

Die freie Marktwirtschaft hat es nie gegeben. Kapitalismus war immer schon auch der Kampf gegen die Freiheit, vor allem gegen die des Marktes. Es ging schon immer um Monopole. Wer mir da jetzt widerspricht, der versuche mal sein I-Phone zu nutzen ohne Apple-Id!

Dies sorgt bei Leuten wie mir für Wut, aber auch für Neugierde. Ich versuche, mir der Hintergründe und Umstände des Unrechtes gewahr zu werden, um ein bewußteres Leben führen zu können, um mich so zu organisieren, damit meine täglichen Entscheidungen nicht nur mir, sondern einer möglichst großen Menge an Menschen, die ebenfalls so wie ich benachteiligt werden, zugute kommen.

Aber sehr viele Menschen erliegen in Anbetracht solch schockierender Einsichten einer nackten Existenzangst und suchen nach einem tragfägigen seelischen Gerüst, dass ihr Selbstbild stützt, ihr Selbstbewußtsein vor dem einbrechen bewahrt. Das tragische an der Sache jedoch ist, dass viele von Ihnen gar nicht so sehr in ihrer Existenz bedroht sind. Denn Deutschland gilt immer „noch“ als eines der Länder, in denen die Bevölkerung in weitem Maße sehr wohl durch eine sozialstaatliche Gesetzgebung vor dem Allerschlimmsten bewahrt wird.

Also stellt sich bei mir die Frage: geht es nun wirklich nur um eine existentielle Angst, wenn größere Bevölkerungsgruppen sich wieder mehr dem rechtslastigen Nationaldenken zuwenden, oder um etwas anderes? Spielt neben der Angst des Existenzverlustes vielleicht die Angst vor dem Identitätsverlust sogar eine größere Rolle?

Wenn ja, dann stellt sich widerum die nächste Frage: Worauf basiert unsere Identität denn, wenn sie so schwach besaitet ist? Womit identifizieren wir Europäer uns denn? Wie sieht unser Selbstbild aus und in wie weit hat es eine ernstzunehmende reelle Substanz? Wenn wir so leicht in erbarmungslos banal funktionierende „Hassproduktionsmaschinen“ hineingezogen werden können, wieweit ist es dann her mit unserer freiheitlich-aufgeklärten Gesinnung? Ist die von einem Tag auf den anderen im Mittelmeer untergegangen mit all den Schlauchbooten?

Das bezweifle ich. Ich glaube, dass wir schon seit längerem unsere Werte auf einem breit angelegten Markt verkauft haben und irgendwie immer noch nicht wahrhaben wollen, dass wir übermorgen schon in unserer Identitätslosigkeit ersaufen können. Das Spiel um die Identität haben wir den Kleinkrämern der Heimatfraktion überlassen, denn die bedienen uns zuverlässig und sie verlangen uns nicht viel Aufwand und Reflektion ab.

Sie sorgen dafür, dass wir trotz allem unbekümmert Netflix gucken können, um auf andere Gedanken zu kommen und uns vor der unerträglichen Schwere der täglichen News zu flüchten.

Und irgendwie ist diese Form des Gewissenfreikaufens ja auch geil. Denn es ist nämlich ein Doppelgeschäft: Wir kaufen zwar unser Gewissen frei, aber gleichzeitig verkaufen wir es auch. Also ist es ja in gewisser Art ein Deal!

Im Grunde jedoch verschenken wir es eigentlich…an die direkten Nachkommen der Nazis. Denn die waren meiner Meinung nach nie Weg. Sie waren immer da und haben beharrlich auf ihre Möglichkeit gelauert.

Aber lauern können wir auch.

Lauerst du mit?

Die Grenzen der Wahrnehmung

Die Band Doors wurde damals in den 60ern gegründet. Als Inspiration für ihren Namen diente den Bandmitgliedern das Buch „The doors of perception“ von Aldous Huxley. Damals gings um die Öffnung der menschlichen Wahrnehmungsebenen, vorwiegend im Zusammenhang mit dem Konsum von bewußstseinserweiternden Drogen. Der massenhafte Konsum von Rauschmitteln hat aber scheinbar über die Jahre zu genau dem Gegenteil von dem geführt, was sich die intellektuellen Drogengurus damals so vorgestellt hatten.

Im großen und Ganzen sieht’s jetzt so aus, dass Pforten nach Außen eher geschlossen werden, denn geöffent. Und das auf möglichst vielen Ebenen. Das ist gerade der Konsens in der westlichen Welt. Jetzt reichts mal mit Offenheit und Toleranz. Aber Hallo!

Früher konnte man noch freien Gewissens von seinem hart Ersparten in den Safari Urlaub nach Kenia fahren und dann bei der Diashow im Hobbykeller damit prahlen. Jetzt wird man dumm angesehen, weil man auf nem Elefanten reitet. Walewatching ist auch Tierquälerei. Nix darf man mehr. Fliegen steht eh unter Todesstrafe. Dafür muss man sich von kleinen Hauptschülerinnen schon schief anreden lassen. Es ist einfach unglaublich.

Wie soll ich denn da meinen Horizont erweitern?

Früher genoß man den Bildungsurlaub in den Ländern Karl Mays. In der „Ferne“ fand man zu sich selbst, befreite sich für eine Zeit vom Joch der Arbeitswelt und empfand sich wieder als gebildeter Mensch. Das gelang einem natürlich viel besser in der Gesellschaft von „ungebildeten“ Orientalen. Zwar konnte man auf Grund von Sprachmängel auf beiden Seiten,ja gar nicht richtig einschätzen, wer nun wirklich ungebildet war, aber das Gefühl alleine reichte ja schon, um sich gut vorzukommen! Das hatte man sich doch schließlich mühsam verdient, oder?

Jetzt hingegen kann kaum die Rede von so einem friedlichen und gesunden Austausch sein. Die ungebildeten Horden, die man damals in der Fremde als Gast beglückte, kommen jetzt hier bei uns eingefallen und wollen uns sagen, wie wir zu leben haben. Eine Frechheit! Wir wussten uns bei denen daheim immer gut zu benehmen und haben Devisen in Millionenhöhe in ihre Wirtschaftssysteme gepumpt. Man kann ja verstehen, dass man den Geldfluß in die entgegengesetzte Richtung unter den momentanen Verhältnissen nicht erwarten kann, aber zumindest ein Stückchen Anstand und Dankbarkeit könnte man schon erwarten, finde ich. Wenn man an einem fremden Tisch sitzt, frägt man doch zumindest mal nach, bevor man sich ein dickes Stück vom hauseigenen Kuchen nimmt?

Und jetzt geht’s ja Schlag auf Schlag weiter: jetzt wollen sie schon, dass man die Rolle von James Bond mit einer schwarzen Frau besetzt! Ja geht’s noch? Was soll denn das? Warum haben wir denn so etwas nötig bitte? Was reicht euch denn eine anständige weisse blonde Frau nicht? Obwohl ja dieses Gleichgetue unter den Geschlechtern allmählich echt nervig wird, aber bis zu einem bestimmten Grad kann man sich ja anpassen. Man reicht sich schließlich im gesellschaftlichen Miteinander freundlich die Hand. Muß man denn unbedingt davon ausgehen, dass einem gleich der ganze Arm ausgerissen wird? Was sind das denn für Sitten?

Oder dass jetzt in deutschen Kindergärten Schweinefleisch und Gelatine verboten wird, aus Rücksicht vor den muslimischen Kindern? Ja geht’s denn noch? Wenn man was sagt, ist man dann selber der Unverschämte! Ja was ist denn so schlimm an Schweinefleisch und Gelatine bitteschön? Wer’s nicht mag, muss es ja nicht essen? Wir können doch die elementaren Bestandteile unserer guten deutsch-europäisch-christlich-jüdischen – äh jüdisch passt grad nicht so ganz, aber wurscht – Kultur aufgeben wegen so Spirenzchen? Was soll aus unseren Kindern denn werden, wenn die keine Schweinegelatine mehr essen können? Es ist doch wissenschaftlich nachgewiesen, dass sich die deutsche nationale Identität genetisch nur erhalten kann, wenn es in Schweinegelatine eingelegt wird? Schweinegelatine gehört doch in jeden guten deutschen Haushalt und also auch in unsere Kindergärten! Thomas Gottschalk hat jahrelang Werbung für Gummibärchen gemacht mit seinen Schweinegelatinehaaren. Und? hat’s jemanden gestört? Hat irgendjemand darunter gelitten? Ja gab’s denn damals keine Moslems? Haben die nie Gummibärchen gegessen?

Ach ich könnte noch ewig so auflisten, aber irgendwann verliert man doch die Geduld, oder? Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn der unbescholtene Bürger irgendwann zur Waffe greift! Da braucht sich doch keiner wundern? Natürlich ist man dann gleich wieder der Nazi! Nur weil man sich seinen Ärger mal von der Seele schießt? Irgendwo muß man ja hin damit? Die hohen Tiere im Parlament – an die kommt man ja leider nicht so leicht ran. Hier und da erwischt man vielleicht mal einen Lokal- oder Landespolitiker oder so. Die hätten die Kugel natürlich eher verdient. Aber wenn’s nicht anders geht, dann zielt irgend so ein Vollidiot schon mal auf einen von diesen Flüchtlingen. Warum auch nicht? Wer hat denen denn gesagt, dass sie ausgerechnet zu uns kommen müssen? Deswegen sind wir Deutschen doch nicht alle rechtsradikal? Wir sind halt hart an der Grenze, aber noch lange nicht drüber!

Bin ich Ihnen jetzt zu grob und unmenschlich? Ach ja? Ich kann Ihnen sagen, woran das liegt. An diesen ganzen Bewußtseinserweiterungen, die seit den späten 60ern auf unsere feine Gesellschaft einwirken. Ja genau! Vor lauter Bewußtseinserweiterung hat man nämlich seine eigen Identität total vernachlässigt. Im wesentlichen braucht man nämlich keine Erweiterung. Das Bewußstsein ist vor allem dazu da, sich seiner selbst gewahr zu werden und seine Mitmenschen als Menschen zu sehen und nicht als juristische Personen. Was ist denn das Individuum in dieser Gesellschaft? Ich bin doch kein Wesen mehr! Ich bin doch nur noch eine Person, ein konsumierendes Subjekt? Mehr sind wir doch alle nicht?

Und diese Verbrecher gaukeln uns da was vor und lassen uns glauben, dass es eine Bundesrepublik gibt? Mitten in unserem „Stammesgebiet“? Die machen sich hier breit und geben uns Personalausweise? Ja welches Personal wird denn da verwaltet um Himmels Willen? Das deutsche Volk muß jetzt aufwachen! Aufwachen!

Aber bald wird sich das ändern. Das sag ich euch! Ganz bald wird sich das ändern. Schaut, die Engländer sind schon viel weiter, als wir. Die Amerikaner machen das auch genau richtig. Die Russen, die Polen, die Italiener. Ja sogar die „faulen“ Griechen! Die französischen Schneckenfresser! Ja sogar die Türken! Sie alle stehen zu ihrem Volkskörper und zu ihrer Identität und zeigen der elitären Europäischen Union ihren Stinkefinger.

Und wir? Wir Deutschen?

Was machen wir?

Wir sind so armseelig und schwach, dass wir nicht einmal das Schweinefleisch und die Gelatine im täglichen Essen unserer Kinder zu erhalten in der Lage sind.

Danke Merkel!

Ich will zurück ins Reich endlich! Buuhuu…

P.S.:
Dieser Monolog ist eine Art puzzleartige Eruption von unfreiwillig aufgenommenen und im Unterbewußtsein archivierten Statements, die den Autor als guten Zuhörer seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, berieseln. Anlässlich der aktuellen absurden gesellschaftlichen Diskursen, dachte er sich, sie hier mal in dieser Form zu veröffentlichen. Vielleicht bringts ja Jemandem was?
Ich weiß, es ist traurig, aber es wird wohl genug Leserinnen und Leser geben, die das hier nicht mal als Satire empfinden. Deswegen weise ich vorsorglich darauf hin.

Falls Ihnen jetzt schlecht geworden ist, dann hat der Autor sein Ziel erreicht.

Danke.

Was sollen wir Gottlosen tun?

Ich bin Gottlos. Zumindest glaube ich nicht an einen genormten, einzigen Gott abrahamitischer Definition. Innerhalb einer Konstellation innerhalb einer heiligen Dreifaltigkeit finde ich ihn umso dubioser. Auch, dass er männlich sein soll, stört mich. Meist ist er noch dazu auch noch weiß. Aber auch wenn er eine Frau wäre und schwarz, oder farbig, würde ich ihn/sie nicht ernst nehmen – als Kunstfigur wohl schon, aber nicht als Gott.

Jetzt war Gott für mich schon immer ein schwieriger Begriff. Je mehr ich mich von ihm entfernte, kamen andere Gottheiten ins Spiel, die mir und auch vielen anderen Ersatz boten: der Wohlstand zum Beispiel, meine Rechte und Möglichkeiten als Bestandteil einer liberalen Ökonomie, oder die Sicherheit, der Glaube an meine Freiheit, an meine individuellen Menschenrechte.

Bis zu einem bestimmten Grad hat man die auch. Aber wenn ich mir ansehe, was mit Julian Assange gerade passiert, dann denke ich: diese Rechte existieren auch nur bis zu einem bestimmten Punkt. Wenn man diesen Punkt überschreitet, stößt man an die Glaswand eines geschlossenen Gefäßes und dieses Gefäß trägt seit Jahrtausenden einen Namen: „Angst“.

In der Zwischenzeit gewinnen die VertreterInnen der abrahamitischen Religionen und der Kulturwelten, die an diesen heften, immer mehr an Terrain. Mit Ausnahme der Christen in Europa. Die werden immer weniger. Aber für die gibt es eine Ersatzreligion, die auf eine gemeinsame „weiße Identität“ beruht. Auch diese bedient sich der christlichen Religion als Legitimationsstütze. Aber im Grunde geht es nur um rassistisches Elitärdenken.

Die Religion als Basis von Kulturräumen steht im Öffentlichen Diskurs immer mehr im Vordergrund. So müssen sich VertreterInnen des Islam oft für radikale Islamisten rechtfertigen, die bezichtigt werden, die westliche Welt zerstören zu wollen. Umgekehrt predigen viele Imame in Moscheen das selbe über Vertreter des Christentums und des Judentums. Das sind große Apparate, die leider sehr für den Machtmißbrauch geeignet sind und auch schon immer waren. Ich will sie nicht verteufeln und auch nicht die Menschen, die tagtäglich in tiefem Glauben ihr wertvolles Tagwerk verrichten. Es geht mir nur um die Religion als Institution.

Man arbeitet immer mit diesem Sinnzusammenhang: „wenn die Religion bedroht ist, dann ist es auch die Kultur“. Dabei ist es genau umgekehrt: Die menschliche Kultur ist die Basis unseres Lebens. Wenn diese bedroht ist, dann kann es auch keine Religion geben. Jedoch ist unsere Kultur leider auch die Basis für Machtmißbrauch, Kriege, Rüstungsindustrie und somit für all die Zerstörung, die wir widerum selber anprangern.

Es sei denn, wir schaffen es, Räume zu kreieren, in der man die Kultur der Menschheit endlich aus der Steinzeit holen kann. Aber dafür brauchen wir in erster Linie keine Religion, keinen Wohlstand, kein Notre Dame, keine Moschee und keine Synagoge. Dafür brauchen wir Herz, Seele und Verstand.

Für Herz, Seele und Verstand ist in den herkömmlichen Machtstrukturen kein Platz. Deswegen denke Ich, dass wir uns von diesen befreien müssen. Dafür müssen wir uns aber auch Räume und Plattformen schaffen, in denen „wir“ uns als „unabhängige humane Wesen“ artikulieren können. Will damit meinen: nicht nur für Religionen muss Platz sein, sondern auch für uns „Freigeister“, die wir uns von diesen überkommenen Machtstrukturen, von Gott, Status und Wohlstand lösen wollen. Das ist durchaus legitim und erfordert eigene Strukturen.

Bisher kenne ich nur den Bund für Geistesfreiheit, der dieses Ziel institutionell verfolgt. Mag umstritten sein, ist aber zumindest eine Institution:

https://www.bfg-muenchen.de

Marginalisierung?

Wie geht man heutzutage elegant mit Faschismusvorwürfen um? Man kokettiert mit ihnen. So wie es letztens die israelische Justizministerin gekonnt vorgeführt hat:

Sie tritt selbstherrlich auf: ein bisschen Sex Appeal, ein bisschen Vanity Fair. Faschismus? Der Befriff wird ad absurdum geführt. Der Begriff ist dehnbar geworden. Wenn es den eigenen völkisch-identitären politischen Interessen dient, ist es kein Faschismus mehr. Er ist wie ein Parfum, das etwas markant riecht. Man kann sich immer mit dem individuellen Geschmack rechtfertigen, ja diesen sogar besonders in Szene setzen. Man hat ja schließlich seit der Beendigung des letzten offiziell so genannten „Weltkrieges“ fast 65 Jahre Zeit gehabt an den Geruchsnuancen zu arbeiten.

Die Zeit ist reif, meine Damen und Herren! Der Weizen trennt sich wieder von der Spreu. Man sollte ab jetzt den Statements in seiner Umgebung aufmerksam Gehör schenken. Mir kommt es so vor, als würde ich nun genau das verspüren, was ich bisher nur aus Geschichtsbüchern kannte. So muss es wohl früher auch gewesen sein: Faschistische, rassistische, frauen- und queerfeindliche Statements werden verharmlost, meist von Menschen, die es gar nicht so böse meinen. Ganz im Gegenteil: es sind oft die, die sich ganz besonders um die Gesellschaft sorgen. Es sind die Sensibelchen, die lieben Menschen. Sie wollen nicht, dass es zu Schlagabtauschen kommt und nehmen übereifrig die regulierende Position ein.

Ja, sie empfinden sich als die liebenswürdigen Streitschlichter und wollen jeder Seite gleichermaßen entgegen kommen. Das führt dazu, dass sie krasse Aussagen – vor allem aus rechtskonservativen Kreisen – relativieren. Wie zum Beispiel letztens den dummen Karnevalswitz der Parteivorsitzenden der CDU (die hoffentlich bald in den Annalen der Partei versinken wird), in welchem sie unverhohlen transgenderfeindliche Äußerungen von sich gab. Es wäre gute alte Tradition, aktuelle Themen am politischen Aschermittwoch aufs Korn zu nehmen. Man dürfe sich da nicht so aufregen.

Es wird so getan, als handele es sich einfach nur um ein etwas komisch riechendes Parfum. Es ist auf keinen Fall Lebertran! Es ist eine Frage der persönlichen Präferenz. Es wäre geradezu antidemokratisch, diesen speziellen Humor nicht als solchen anzuerkennen und stattdessen eine politisch böswillige Aussage darin erkennen zu wollen.

Ausserdem:
„Das ist Tradition! Politischer Aschermittwoch! Hallo!“
„Also ich mag die ja auch nicht besonders, aber in diesem Falle, muss ich sie wirklich in Schutz nehmen.“
„Mit der Überbewertung solcher Lappalien, schadet man dem demokratischen Diskurs nur noch mehr.“
„Haben wir in diesem Land wirklich nicht ernstere Themen zu besprechen? Die Wirtschaft zum Beispiel.“

Kaum ist die Diskussion einigermaßen abgeebbt, bringt jedoch der Chef der Jungen Union genau die Verunglimpflichungen, die seine Parteichefin noch als ironischen Aschermittwochsscherz abgetan hat, bei einer Ansprache auf dem JU-Deutschlandtagb in Düsseldorf. Diesmal ist kein Karneval und es ist auch kein Scherz. Der Knabe meint das Bitterernst:

https://www.queer.de/detail.php?article_id=33214&fbclid=IwAR0xfzcxCoIN8DVE8kvovZ-wJlaoG-2n1s1I0kPBR_89H3H-XCF1nHDg6KI

Nein! Wir haben kein wichtigeres Thema! Rassismus, Faschismus, Marginalisierung von gesellschaftlichen Gruppen. Das sind die wichtigsten Themen weltweit! Und das wird sich auch so schnell nicht ändern. Leider! Der Faschismus ist nicht nur ein Parfum, dass man ungeniert aufträgt. Wir impregnieren uns gerade damit. Er verhärtet unsere Hülle und macht sie undurchlässig. Wir verlieren unsere Offenheit und vor allem unsere Menschlichkeit. Deswegen „müssen“ wir uns Tag für Tag damit auseinandersetzen. Er kommt schleichend und heimtückisch. Mit jeder Ausnahme und Relativierung, ist er näher an uns dran. Die unwürdigste Art, den Kampf gegen ihn zu verlieren, ist das Eingelullt-Werden und danach von nichts gewusst haben, das Stille annehmen, obwohl man ja eigentlich gar nicht wollte und auch nie einer rechten Gesinnung angehörte, das „ja aber…“ sagen.

Viele wollen es nicht wahrhaben, aber die Zeit der offenen und ehrlichen Statements ist gekommen! Wir müssen den Kampf mit diesen Umtrieben entschlossen aufnehmen! Dürfen uns nicht nur im stillen Kämmerlein unseren Teil denken, sondern wir müssen uns äußern. Das ist nicht peinlich. Es ist auch nicht peinlich, detaillierte Fragen zu stellen, genauer hinzugucken, füreinander einzustehen.

Wenn wir das jetzt nicht machen, dann werden wir das bald bitter bereuen!

Keinen Fußbreit dem Faschismus!