Süperfly Orkestra: „Do you love me?“

Süperfly Orkestra ist ein Nebenprojekt von Nik LeClap und Süperfly aka Triptonious Coltrane.

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Seit geraumer Zeit treffen die beiden sich in ihrer spärlichen Rest-Freizeit, um sich in abenteuerliche Gefilde wie Arabian Trap, Turkish Psychodelic Beats, u.ä. zu begeben. Dabei begnügen sie sich nicht einfach nur mit Remixes von alten Psychodelic Klassikern aus den 70ern, sondern produzieren richtige Cover derselbigen. Bei den Originalproduktionen handelt es sich meist um jahrzehntealte exotische Pop Hits aus dem südosteuropäischen, nahöstlichen und mediterranen Raum, die über die Jahre in verschiedensten Sprachen reinterpretiert und auch musikalisch umgeformt quer um und über das Mittelmeer reisten und in verschiedensten Ländern so populär wurden. Mitlerweile genießt diese musikalische Vielfalt unter dem etwas sehr verallgemeinernden Begriff „Exotica“ große Popularität und die schnell produzierten Electro- und Trapremixe bereichern, samt trashigen Videos, den virtuellen Popkosmos.

In diesem skurrilen Umfeld schafft sich das Süperfly Orkestra in Kooperation mit illustren Gestalten wie Elektro Hafiz, oder der Sängerin/Tänzerin Ma Sharona eine eigene phantasievolle Welt, in die es sich lohnt einzutauchen.

Track: „Do you love me?“.
Künstlerduo: „Süperfly Orkestra“.
Release: Online auf Bandcamp und Youtube / April 2018.

Director: Mehmet Ismail Birinci
Director of photography: James Bosporus
Videoproduction: Eddy Fiesta & Johnny Karacho

Musicproduction: Nik Le Clap & Süperfly
Original Song: „Do you love me?“ by Bendaly Family (1978)
Additional Lyrics: Süperfly
Vocals: Süperfly, Ma Sharona
Background Vocals: Fadime Gültekin, Emily Searle, Mehtap Arslan, Duygu Temel
Audio-Mix: Nik Le Clap
Audio-Mastering: Michael Heilrath (bereich03.de)

Characters: Ma Sharona, Roni Sagi, Süperfly, Nik Le Clap
Mask: Stefanie Poell
Assistantance: Sophie Poell, Emily Searle

Thanks to:
Hera Rauch (Heras Kostüme) for the big support!, Volkan Özekçin for the crazy bikes, Ceren Oran, Roni Sagi, Stephanie Poell, Sophie Poell, Mehmet Birinci, Emily Searle, Fadime Gültekin, Mehtap Arslan and Duygu Temel.

Geschichte? Was bringt mir das denn?

Buchtip:
Freiherr Max Von Oppenheim: „Denkschrift betreffend der Revolutionierung der islamischen Gebiete unserer Feinde“ (Berlin, 1914).

http://daskulturellegedaechtnis.de/work/oppenheim/

Viele von uns mochten das Fach Geschichte im Schulunterricht nie wirklich. Zusammen mit Mathe rangiert das Fach – so denke ich – immer noch unter den unbeliebtesten. Das Thema ist ja auch anfällig für sehr persönliche Projektionen. Schon unsere private Vergangenheit neigen wir vorteilhaft für uns zu interpretieren. Die unangenehmen Seiten interessieren da schon weniger. Einer beschönigten Geschichte mangelt es dann auch an dynamik und gegenwartsbezug. Sie ist eher eine leuchtende Inszenierung in der Ferne und hat mit dem hier und jetzt nicht viel zu tun. Wie sollte sie denn auch? Sie wurde ja mumifiziert und geglättet. Da gibt’s nicht viel zu erkennen, was einem im Umgang mit der Gegenwart weiterbringen könnte. Deswegen kommt dann natürlich auch oft die Frage: Geschichte? Das ist doch alles vergangen und vorbei? Was bringt mir das denn?
Ja liebe Kollegen und Kolleginnen. Aber wenn man sich selbst schon so gerne von kultureller Identität reden hört und diese dann auch noch immer öfter verknüpft mit einer nationalen, dann sollte man schon mal wissen, daß der deutsche Kaiser vor langer Zeit Hadschi Wilhelm Mohammed hat nennen lassen, nur um bei seinen osmanischen Verbündeten gut anzukommen, daß ein gewisser Herr Max von Oppenheim (seines Zeichens Archäologe, Nahost-Forscher, Diplomat, Spion, dessen Berichte auch am kaiserlichen Hofe gerne gelesen wurden), eine „Denkschrifft betreffend die Revolutionierung der islamischen Gebiete unserer Feinde“ verfasst hatte und jahrzehntelang – später auch (rotz seiner eigenen jüdischen Abstammung) in Kooperation mit den Nationalsozialisten – durchzuführen. Er starb gottseidank erfolglos. Aber der naive Wunsch, die islamische Population dieser Welt im Sinne einer, imperialen, später dann neoliberalen Expansion als schlagkräftige Dschihad-Truppe zu nutzen, war zwar schon ein Gedanke mit dem sich der Prophet Mohammed vielleicht durchaus hätte anfreunden können. Aber es war trotzdem nicht seine Erfindung. Zu einer Zeit, als Rassismus in Europa noch unreflektierter Standard war, hat man diesen Gedanken leicht zur Umsetzung bringen können. T. E. Lawrence (von Arabien), der im nachhinein hollywoodverklärte geniale englische Spion, litt wohl zeitlebens unter gewissensbissen, ob der falschen Versprechungen, die er seinen arabischen Verbündeten im Namen der britischen Außenpolitik angetan hatte. Immerhin!
Aber im Grunde sollten sich all diejenigen, die eine kulturelle Kluft zwischen Moslems und Christen sehen mal fragen, was ihr Anteil an diesem Phänomen ist. Ein Blick in die Ahnenreihe und intensive Recherchen wären da vielleicht aufschlußreich. Denn der Panislamismus ist mitunter ein Phänomen, an dem deutsche Denker (unter denen gab es damals noch wenige Frauen) maßgeblich beteiligt waren.
Die Arbeit des deutschen Auslandsgeheimdienstes begann in Nahost und hat im Wesentlichen bis jetzt nie einen Bruch erlitten. Nicht mal in der Nachkriegszeit. Warum auch? Die Amerikaner waren natürlich nicht doof genug, eine gut funktionierende Maschine nicht einfach weiterlaufen zu lassen. Also fand nie ein wirklicher Gesinnungswandel statt! Deutschland diente schon immer als Drehscheibe für islamistische Aktivisten aus aller Welt. Islamistische Netzwerke wurden damals wie heute von den unterschiedlichen Interessengruppen hofiert, um in der Nahost-Politik im eigenen Sinne zu agieren.
Deswegen behaupte ich: Nicht der Islam, sondern der Islamismus gehört zu Deutschland! Vor allem die Intellektuellen in diesem Land sollten sich mal ausgiebig mit ihrem eigenen radikalen Potential und dessen Tradition auseinandersetzen. Das ist der einzige Weg, wie man was erreichen kann.

Das äußerst aufschlußreiche Machwerk des Max von Oppenheim ist jetzt – wie oben schon angegeben – im Verlag Das Kulturelle Gedächtnis erschienen. Sehr empfehlenswert, wenn man den Mut dazu hat!

ausserdem das schauspiel

ausserdem komm ich aus ner ganz anderen ecke
ich komme

ich pisse durch das lüftungsgitter in die tiefgarage, weil ich zu faul bin, ein klo zu suchen
fliesst

ich hab panik, den zug zu verpassen
läuft

aber einen schönen hut trommeln auf ibiza
powermuschi

der rechtsanwalt tobt
ein volk wird plattgemacht
die u n schweigt

lächerlich, wie schlecht alles ist
ab und zu rollen
annehmen
und wieder

pi pa po, ja, weil die grossmutter sagt, ich gehöre zu deutschland

abonnier mich!

glauben und bilderberg

wenn wir
den blick schärfen
dann können wir
du trottel

das universum hat sich verschworen, denn ich bin das einzig wahre wesen
und es ist schon wieder gut

pass auf
die frau des präsidenten
hat sooo einen schwanz
ich zeig dir ein video
ich glaube
verzeih mir
aber

du darfst das schon mal sagen dürfen
dein latexkorsett ist geplatzt

die rothschilds verarschen uns hart
glaub mir!
glaube
glauben
und
bilderberg