Was soll ich verkaufen?

Die Authentizität? Die Herkunft? Die Roots? Und damit einhergehend die Markierung akzeptieren und als Auszeichnung auf der Brust tragen? „Ah ein stolzer Exot!“.
Oder eher die Lüge, die diesseits wie jenseits daraus produziert wurde und immer noch wird? Diese ist allenthalben unterhaltsamer, so scheint es mir. Das Clichée, das stereotype Bild des edlen Barbaren, dass seit der Antike tradition hat und sich über die Jahrhunderte ständig verändert. Denn die Barbaren von einst, sind nach all den Jahrzehnten und Jahrhunderten gerne das Etablissement geworden und geben nun ihrerseits vor, wer als Barbar bezeichnet werden darf, soll und muß. Bestes Beispiel: die Germanen.
Ich liebe es, wie die Lügen über das „Unerträgliche des Anderen“ mit der Zeit an Gültigkeit verlieren, die Farblichkeit verändern, vergilben und uns als tragikomische Relikte aus einer anderen Zeit helfen, neue Lügen über unsere „Zeitgemäßheit“ aufzubauen. Wir sind nun „modern“. So ausgelutscht dieser Begriff auch sein mag, veliert er immer noch nicht seine Gültigkeit, wobei es ja schon lange heißen müsste „Wir sind postmodern“. Aber postmodern klingt immer noch nicht richtig hip und wird es wohl auch nie sein. Also brauchen wir einen neuen Begriff, der im täglichen/medialen Sprachgebrauch das althergebrachte „modern“ ergänzen kann.
Im Dienste des „modern seins“ verkaufen wir jedoch unsere Authentizität. Das schicksal des Authentischen war es schon immer, nie gleichwertig mit dem „modernen“ Lebensstil zu sein. Das authentische galt immer als altbacken und wurde somit belächelt. Auch wenn, wir immer beteuern, wie wertvoll das einfache, simple, althergebrachte, authentische ist, wollen wir nie zu ihm stehen. Aber wenn man es geschickt zu nutzen weiss, verleiht es der Moderne – die gerne unter ihrer eigenen Oberflächlichkeit leidet – „Profil“ und „Attraktivität“. Das heisst: „das ursprüngliche, einfache, harte Leben und alles, was es an Gütern in seinem Archiv für uns bereit hält, kann ausgebeutet werden und auf Social Media als Attribut präsentiert werden: deine exotische Familie und deine Vorfahren, aus dem eurasischen Raum, oder aus dem arabischen. Je authentischer desto besser: deine Oma in ihrer traditionellen Tracht – egal wo sie herkommt: Südamerika, Nordafrika, Afrika, oder Niederbayern, whatever…alles, was nicht „modern“ im Sinne des Europäischen, oder Westlichen ist. Das ist die Farbe, die wir brauchen. Das ist das wahre Leben. Das sind unsere Roots, aber wir verdienen unser Geld als Influencer*in auf Youtube, oder als Model, oder als Pop-Musiker*in und haben das Glück, das ein Teil unserer Familie aus der ländlichen Region, einem Drittwelt-, oder Schwellenland kommt. Denn: das lässt sich jetzt richtig gut verkaufen.
Ich verkaufe hingegen gerne die Lüge an sich. Die Lüge, die sich seit dem 18. Jhd. durchsetzte – angefangen mit der Idealisierung des griechisch-römischen Kultur- und Kunstsegments. Dabei waren es nun tatsächlich die Nachfahren der ehemaligen germanischen, gallischen und keltischen Barbaren, nämlich die deutschen, französischen und englischen Wissenschaftler*innen und Antikenliebhaber*innen, die sich ihrerseits nun alles antike Römische und Griechische aneigneten, es teilweise verhunzten, oder aber ins unermessliche hochstilisierten, um daraus eine stumpfe Identitäre Masse an Ekklektizismen zu formen, die sich dann erst ab den 90er Jahren dieses Jahrhunderts mit Hilfe von gewissenhaften Wissenschaftler*innen schafften, sich zu emanzipieren und wieder organisch zu werden.
Genauso geschieht es nun mit all dem, was bisher als Abschaum galt: das musikalische, künstlerische und kulturelle Erbe der ländlichen Bevölkerung des Südens und des Ostens. Es wird jetzt richtig Hip und als „psychedelic“ bezeichnet. Psychedelic wahrscheinlich deswegen, weil das „weisse“ Bewusstsein nichts anderem als seiner eigene kulturellen Welt eine gewisse „Komplexität“ zutraut. Somit muss die Komplexität einer originären, bisher als minderwertig befundenen Kultur von Regionen, wie zum Beispiel Anatolien, dem Balkan, oder des Nahen Ostens, oder whatever aus einer urnatürlichen mystischen Psychedelik entstanden sein, denn eine rational erklärbare kulturgeschichtliche Entwicklung die durch die dortigen Menschen entstand, ist ja eigentlich gar nicht denkbar.
Diesem Gesinnungsdiktat ordnen sich nun leider alle unter. Auch die Menschen dieser Regionen selber – vor allem aber die, die in 3. oder 4. Generation im westen Leben und bisher wenig Nähe zu ihren „Roots“ (wie sie es selber nennen) hatten. Nun, da diese Form der Authentizität wieder Hip ist, begeben sie sich auf eine öffentlich zur Schau gestellten Reise zurück. Sie lernen türkisch, kurdisch, arabisch, etc. und singen Volkslieder in ihrem gebrochenen West-akzent. Es wird nun geplündert und exhibitionistisch zur Schau gestellt, was man nur an „Authentischem“ finden kann und somit werden neue Lügen erzeugt. Im Grunde werden pseudo-authentische Selbstbilder verkauft, die je nach Wunsch mit Attributen geschmückt werden. Die Lüge wird immer wieder neu erfunden.
Und genau die verkaufe ich! Denn das ist meiner Meinung nach Legitim. Also nicht das Authentische an sich, sonder die Lügen, den Kitsch, den Trash der seit Jahrhunderten zur Befriedigung der menschlichen Selbstsucht entstanden sind..
Deswegen lüge ich auch gerne über mich selbst. Die Frage über meine Herkunft, wird grundsätzlich immer mit einer unverschämten Lüge beantwortet. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob der oder die Fragende die gelogene Antwort schluckt oder nicht. Ich Lüge dabei so plump, unverfroren und schamlos, dass er/sie empört von dannen zieht und sich über meine mangelnde Authentitzität und Unehrlichkeit beschwert und schlecht über mich redet.
So muss das sein!
So gefällt mir das!
Irgendwann begegnet man sich hoffentlich wieder und erkennt, dass das Leben ein einziges Schauspiel ist und man seine Rolle und damit seine Identität immer selbst entwerfen kann – jeden Tag aufs neue.

Sammlung dummer Sprüche:

und alternative Vorschläge zu ihnen…

Der dumme Spruch: Pray for peace – prepare for war!

Eine Erläuterung dazu, direkt aus Wikipedia übernommen (ganz unten ist eine sehr sinnvolle Alternative zu diesem dummen Spruch zu finden):

Si vis pacem para bellum ist ein lateinisches Sprichwort. Wörtlich übersetzt lautet es: „Wenn du (den) Frieden willst, bereite (den) Krieg vor.“ (In Sprachen mit bestimmtem Artikel sind Übersetzungen mit oder ohne Artikel möglich, da es im Lateinischen keinen Artikel gibt.) Andere, freiere Übersetzungsversionen sind: „Wenn du Frieden willst, rüste zum Krieg.“ oder „Wer den Frieden sucht, bereite den Krieg (vor).“

Die Grundidee findet sich schon bei Platon:

„Die vornehmste Grundlage eines glückseligen Lebens aber ist dies, dass man weder Unrecht tut noch von anderen Unrecht erleidet. Hiervon ist nun das Erstere nicht so gar schwer zu erreichen, wohl aber so viel Macht zu erwerben, dass man sich gegen jedes Unrecht zu sichern vermag, und es ist unmöglich auf eine andere Weise vollkommen zu derselben zu gelangen als dadurch, dass man selber vollkommen tüchtig dasteht. Und ebenso ergeht es auch einem Staate, ist er tüchtig, so wird ihm ein friedliches Leben zuteil, ist er es nicht, so bedrängt ihn Fehde von innen und außen.
[…]
Steht es aber so damit, so muss sich jeder nicht erst im Kriege, sondern schon in Friedenszeiten auf den Krieg einüben, und darum muss eine verständige Bürgerschaft in jedem Monat nicht weniger als einen Tag Kriegsdienste tun, wohl aber noch mehrere, wenn es den Behörden nötig erscheint, und dabei weder Frost noch Hitze scheuen.“

– Platon: Nomoi VIII, 829 St.2 A[3]

Das Sprichwort bezeichnet auch die Quintessenz der 7. Philippica, einer nach allen Regeln der Rhetorik gehaltenen Grundsatzrede von Marcus Tullius Cicero Mitte Januar 43 v. Chr. vor dem römischen Senat. Darin stellt er sich zunächst als Anwalt des Friedens vor. Anschließend legt er dar, warum ein Friede mit Marcus Antonius erstens schimpflich, zweitens gefährlich und drittens unmöglich sei.

Außerdem kommt sie bei Ciceros Zeitgenossen Cornelius Nepos vor (Epaminondas 5, 4). Am nächsten kommt dem Satz der römische Militärschriftsteller Vegetius (um 400 n. Chr.) im Vorwort zu Buch III seines Werkes De re militari:

„Qui desiderat pacem, bellum praeparat“

„Wer (den) Frieden wünscht, bereitet (den) Krieg vor.“

– Vegetius: De re militari III

Weiter ausgeführt ist der Gedanke bei Augustinus (De civitate Dei XIX, 12). Aufgenommen wird er unter anderem von Johannes von Salisbury und Sedulius Scottus. Auch im Ritterspiegel von Johannes Rothe wird er behandelt und Vegetius mehrfach zitiert.

In der Moderne entstand aus dem Spruch das waffentechnische Warenzeichen Parabellum (Parabellum Pistole). Auch der Originaltitel des US-amerikanischen Actionfilms John Wick: Kapitel 3 (John Wick: Chapter 3 – Parabellum, 2019) hat seinen Namen von diesem Sprichwort.

Walter Benjamin veränderte den Sinn des Sprichwortes durch Austausch des Prädikats entscheidend – er schrieb 1926 in einem Aufsatz, in dem er sich kritisch mit Strömungen innerhalb des Pazifismus auseinandersetzt:

„Wer aber den Frieden will, der rede vom Krieg.“

– Walter Benjamin

Diese Sentenz findet sich auch am Deutschen Panzermuseum Munster.
Deutsches Panzermuseum Munster

Die Umkehrung des Satzes in si vis pacem para pacem taucht in einem friedenswissenschaftlichen Zusammenhang erstmals als „if you wish for peace, prepare for peace“ bei John Noble (Arbitration and a congress of nations as a substitute for war in the settlement of international disputes) 1862 auf. Sie beschreibt die Entwicklung zeitgemäßer Friedenskonzepte:

„Friede sowohl in inner- als auch in zwischenstaatlicher Hinsicht sollte verstanden werden als ein gewaltfreier und auf die Verhütung von Gewaltanwendung gerichteter politischer Prozeß, in dem durch Verständigungen und Kompromisse solche Bedingungen des Zusammenlebens von gesellschaftlichen Gruppen bzw. von Staaten und Völkern geschaffen werden, die nicht ihre Existenz gefährden und nicht das Gerechtigkeitsempfinden oder die Lebensinteressen einzelner oder mehrerer von ihnen so schwerwiegend verletzen, daß sie nach Erschöpfung aller friedlichen Abhilfeverfahren Gewalt anwenden zu müssen glauben. Um Frieden zu erreichen, sind deshalb anhaltende Bemühungen um Rechtsstaatlichkeit, Erwartungsverläßlichkeit, ökonomischen Ausgleich und Empathie erforderlich.“

– Dieter Senghaas

Je souis Burning Man?

Ich stelle mir gerade vor, wie es wäre, wenn ich im Gazastreifen aufgewachsen wäre und mein Leben lang die Ignoranz dieser Welt ertragen müsste. Ich wäre mit Sicherheit ein radikaler Typ.
Oder, wie es wäre, wenn Terroristen das Burning Man Festival angreifen würden. Wie lange wäre der Nachhall in den weltweiten „weissen“ Medien? „Je souis Burning Man!“ – klar! Aber Je souis „dieses kleine Friendensfestival, das am 7. Oktober in Israel stattfand, wo hunderte junger Menschen von Terroristen umgebracht wurden?“ – da kräht kein Hahn danach. Es gibt keinen Nachhall. Die Kids sind einfach tot. Schade…kann man nichts machen?!

Netanjahu plädiert für eine Eliminierung der Hamas, dabei hat er sie selber so groß gemacht. Vielleicht muss er sie deswegen so dringend eliminieren? Nicht, weil das das Ende des Terrorismus mit sich bringen würde…nein! Den Terrorismus wird das nicht beenden. Frieden im Nahen Osten wird ab jetzt wohl wirklich nie mehr möglich sein. Das weiß er sehr genau. Die Hamas muß viel mehr eliminiert werden, weil sie ein Werk der jahrelangen Politik Netanjahus ist. Sie ist das Eitergeschwür, in seiner Seele. Und dieses selbstverursachte Eitergeschwür ist auch der Grund für das Versagen seiner Regierung in dieser Angelegenheit – einer der Hauptangriffspunkte der Opposition in Israel.

Über 20.000 Menschen sind im Gazastreifen gestorben. Der Tod von unschuldigen Menschen wird einfach in Kauf genommen! Man stelle sich dasselbe mal irgendwo in Europa oder in den Vereinigten Staaten vor? Flächendeckende Bombardierung eines Landstriches, auf dem sich terroristische Zellen festgesetzt haben – ohne einen Evakuierungsplan für die Zivilbevölkerung?
Sowas geht nur in Palästina, oder im Jemen, oder an irgendeinem anderen Ort dieser Welt, den die „Weissen“ in der Hybris ihres Unterbewusstseins als „Shithole“ abgespeichert haben.
Nur an solchen Orten ist das möglich. Hier bei uns hingegen würde es so etwas nicht geben. „Bei uns“ würde das gegen „unser“ Menschenrecht verstoßen. Im Nahen Osten tut es dies nicht! Die Menschen dort haben kein „Menschenrecht“.

Letztens fragte mich jemand: „Warum kommt auf israelischer Seite nur eine Person frei im Gegensatz zu 3 auf palästinensicher Seite? Ich antwortete: „Wahrscheinlich weil sie sich auf eine perfide Formel geeinigt haben: die eine Seite ist sich sicher, dass ihre Leute 3 mal soviel Wert sind und die andere Seite nutzt diese rassistische Dummheit, um sich im Gefangenenaustausch einen Vorteil zu verschaffen“. Oder? Jetzt mal ganz ehrlich: wer von euch hat sich überhaupt darüber gewundert über diese Werteskala?

Seit dem 7. Oktober sind in Nahen Osten auf israelitischer Seite über 2000 Menschen durch einen feigen terroristischen Anschlag der Khassam-Brigaden der Hamas gestorben. Hunderte von israelitischen Geiseln sind noch in der Hand der Terroristen. Auf palästinensischer Seite sind – sage und schreibe – über 20.000 Menschen gestorben, davon mehr als 8000 Kinder! Fast die Hälfte der 2 Millionen Menschen vor Ort sind am hungern!

Hunderttausende Menschen werden täglich von der israelischen Armee im Gazastreifen herumgescheucht. Sie gibt vor eine gezielte Gegenoffensive zu führen und die Situation soweit unter Kontrolle zu haben, dass sie die zivilen Opfer in einem minimalen Umfang hält?

Und wir ignoranten Idiot*innen nicken mit dem Kopf und wollen das glauben, obwohl wir genau wissen, dass das nicht möglich ist, oder gerade deswegen, „weil“ wir wissen, dass das nicht möglich ist. Wir wissen das ganz genau und wenn „uns“ das passieren würde, würden wir die Welt auf den Kopf stellen und alle müssten dann „Je souis moi!“ sein, aber wenn es nur ein Haufen von 2 Millionen Palästinensern ist, dann ist es zwar auch grausam, aber es ist eben nicht Je souis! Nein Je souis ist es nicht. Die sind nicht „wir“! Das sind Araber, oder Juden. Das sind nicht wir!

Es ist so eine elende Unmenschlichkeit und so eine eisige Ignoranz.

Es ist eine einzige Schande!

Hier kann man wenigstens spenden für all die unschuldigen Kinder:
https://www.unicef.de/informieren/projekte/asien-4300/palaestina-19566/kinder-schuetzen/53292





Ich stelle mir gerade vor, wie es wäre, wenn ich im Gazastreifen aufgewachsen wäre und mein Leben lang die Ignoranz dieser Welt ertragen müsste. Ich wäre mit Sicherheit ein radikaler Typ.
Oder, wie es wäre, wenn Terroristen das Burning Man Festival angreifen würden. Wie lange wäre der Nachhall in den weltweiten „weissen“ Medien? Je souis Burning Man! Aber Je souis „dieses kleine Friendensfestival, das in Israel stattfand, wo hunderte junger Menschen von Terroristen umgebracht wurden?“ – da kräht kein Hahn danach. Es gibt keinen Nachhall. Die Kids sind einfach tot. Schade…kann man nichts machen?!

Netanjahu plädiert für eine Eliminierung der Hamas, dabei hat er sie selber so groß gemacht. Vielleicht muss er sie deswegen so dringend eliminieren? Nicht, weil das das Ende des Terrorismus mit sich bringen würde…nein! Frieden im Nahen Osten wird ab jetzt wohl wirklich nie mehr möglich sein. Das weiß er sehr genau. Die Hamas muß viel mehr eliminiert werden, weil sie ein Werk der jahrelangen Politik Netanjahus ist. Sie ist das Eitergeschwür, in seiner Seele.
Über 20.000 Menschen sind im Gazastreifen gestorben. Der Tod von unschuldigen Menschen wird einfach in Kauf genommen! Man stelle sich dasselbe mal irgendwo in Europa oder in den Vereinigten Staaten vor? Flächendeckende Bombardierung eines Landstriches, auf dem sich terroristische Zellen festgesetzt haben – ohne einen Evakuierungsplan für die Zivilbevölkerung?
Sowas geht nur in Palästina, oder im Jemen, oder an irgendeinem anderen Ort dieser Welt, den die „Weissen“ in der Hybris ihres Unterbewusstseins als „Shithole“ abgespeichert haben.
Nur an solchen Orten ist das möglich. Hier bei uns hingegen würde es so etwas nicht geben. „Bei uns“ würde das gegen das Menschenrecht verstoßen. Im Nahen Osten tut es dies nicht!

Letztens fragte mich jemand: „Warum kommt auf israelischer Seite nur eine Person frei im Gegensatz zu 3 auf palästinensicher Seite? Ich antwortete: „Wahrscheinlich weil sie sich auf eine perfide Formel geeinigt haben: die eine Seite ist sich sicher, dass ihre Leute 3 mal soviel Wert sind und die andere Seite nutzt diese rassistische Dummheit, um sich im Gefangenenaustausch einen Vorteil zu verschaffen“. Oder? Jetzt mal ganz ehrlich: wer von euch hat sich überhaupt darüber gewundert über diese Werteskala?

Seit dem 7. Oktober sind in Nahen Osten auf israelitischer Seite über 2000 Menschen durch einen feigen terroristischen Anschlag der Khassam-Brigaden der Hamas gestorben. Hunderte von israelitischen Geiseln sind noch in der Hand der Terroristen. Auf palästinensischer Seite sind – sage und schreibe – über 20.000 Menschen gestorben, davon mehr als 8000 Kinder! Fast die Hälfte der 2 Millionen Menschen vor Ort sind am hungern!

Hunderttausende Menschen werden täglich von der israelischen Armee im Gazastreifen herumgescheucht. Sie gibt vor eine gezielte Gegenoffensive zu führen und die Situation soweit unter Kontrolle zu haben, dass sie die zivilen Opfer in einem minimalen Umfang hält?

Und wir ignoranten Idiot*innen nicken mit dem Kopf und wollen das glauben, obwohl wir genau wissen, dass das nicht möglich ist, oder gerade deswegen, „weil“ wir wissen, dass das nicht möglich ist. Wir wissen das ganz genau und wenn „uns“ das passieren würde, würden wir die Welt auf den Kopf stellen und alle müssten dann „Je souis moi!“ sein, aber wenn es nur ein Haufen von 2 Millionen Palästinensern ist, dann ist es zwar auch grausam, aber es ist eben nicht Je souis! Nein Je souis ist es nicht. Die sind nicht „wir“! Das sind Araber, oder Juden. Das sind nicht wir!

Es ist so eine elende Unmenschlichkeit und so eine eisige Ignoranz.

Es ist eine einzige Schande!

Hier kann man wenigstens spenden für all die unschuldigen Kinder:
https://www.unicef.de/informieren/projekte/asien-4300/palaestina-19566/kinder-schuetzen/53292




Entspannung für Zentraleuropa

Die Bündnispartner der Nato haben sich beraten.
Ich frage mich dann immer: wer hat genau wen beraten?
Aber die Frage wird mir eh niemand beantworten können.

Mein geliebtes Volk!
Du musst jetzt Geduld zeigen.
Entspann‘ dich im Baumarkt.
Flanier‘ durch die Regalreihen.
Oder hol‘ dir mal wieder ein Bier an der Tanke.
Das erinnert an Familienurlaub.

Man kann sich ja nicht die ganze Zeit nur aufregen!
Schließlich gibt es ja Profis, die dafür bezahlt werden.
Das Beste: es gibt auch immer noch genug nichtvegane Würste.
Also kein Grund zur Panik.
Lass‘ dich bitte nicht so rumschubsen von alltäglichen Kleinscharmützeln.

Wir wissen doch alle ganz genau:
Es geht um’s große Karo.
Das dürfen wir nicht aus dem Auge verlieren.
…aus dem Auge verlieren lassen.
Denn auch dafür gibt es Profis.

Also lehn‘ dich zurück.
Die letzte Weltmeisterschaft war im Endeffekt ein großer Erfolg, oder?
Nach dem Sommer geht’s weiter.
Vollgas.
Da macht’s dann auch wieder Sinn wütend zu sein.
Du weisst bescheid!

Lügen und Schlafen

Je mehr man lügt, desto wertvoller wird einem wohl der lückenlose Schlaf sein – schon alleine, um die Last der Lüge zu vergessen. Denn die Lüge hat im allgemeinen einen sehr schlechten Ruf, welcher sich wiederum auf das Gemüt des*r Wissenden auswirken kann. Ich betone: „kann“, denn es gibt sicherlich Ausnahmen. Nun ist die Frage, ob es etwas Verwerfliches sei, nach einer Lüge kein schlechtes Gewissen zu haben.
Das Problem wird im wesentlichen darin liegen, dass man selber selten die Macht hat, darüber entscheiden zu können, welchem Gefühl man unterliegt, ob man sogar in der Lage sein könnte, zwischen unterschiedlichen Gemütszuständen zu wählen?
Erleichtert wird einem der Genuß der Lüge, wenn ihre Legitimation bereitsteht, wie es zum Beispiel bei Gesellschaftsspielen, oder in der Politik der Fall ist. Aber auch da könnte es vorkommen, dass das schlechte Gewissen überwiegt.
Das einzige, was zumindest streckenweise helfen kann, ist eben der Schlaf, vorausgesetzt, er geschieht lückenlos und albtraumfrei. Dies ist für viele gegenwärtig sicher schwierig zu erlangen. Das ist der krisenbelasteten Phase geschuldet, in die wir gerade hineinschlittern. Die gewissensfreie, von Herzen geäusserte Lüge und der lückenlose Schlaf sind wertvolle Güter in solch schwierigen Zeiten – vor allem in Kombination miteinander.
Das fiel mir letztens ein, nachdem ich feststellte, dass mir das kreative Lügen bei einem Brettspiel unerwarteter Weise Freude bereitete. Ich hatte keinerelei schlechtes Gewissen und empfand auch kein Mitleid diejenigen Mitspieler*innen, denen dies nicht so gut gelang. Allerdings mußte ich feststellen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die beim Gewinnen schlechtes Gewissen haben. Ob dies jetzt daran liegt, dass in diesem Falle der Sieg mit der Lüge in direkter Relation steht, oder ob es um die allgemeine Angst des Siegers oder der Siegerin vor der isolierenden Wirkung des Siegesaktes geht, konnte ich leider noch nicht genau nachvollziehen.
Ich denke beides spielt eine Rolle, aber der Sieg, der mit einer Lüge errungen wurde, lastet wohl mit Sicherheit schwerer auf dem Herzen. Man müßte erfolgreiche Politiker*innen fragen, welche Strategien sie entwickeln konnten, um der Isolationsgefahr nach einer erfolgreich platzierten Lüge zu begegnen.
Aber im Grunde kann man die Frage in viele Bereiche der Populärkultur übertragen. Da fällt mir gerade Diego Maradona und die Hand Gottes ein…hmm muß mal nachschauen, ob es ein Statement von ihm dazu gibt…

Ident Code

Du sagst: „Kein Krieg in Europa!“
Ich sag: „Kein Krieg nirgendwo!“
Du heulst der Queen hinterher und romantisierst den europäischen Adel als wichtiges Regulativ und als stärkende, identitätsstiftende Instanz an der Seite der Demokratie.
Ich denke an „Your Queen is a reptile“ von „Sons Of Kemet“:

Du sagst: „Dreadlocks, bedeutet nicht immer Rasta. Das ist der Trugschluss“.
Ich sag: „Das ist dein Trugschluss“.
Du sagst: „Winnetou darf nicht sterben“.
Ich sage: „Ich fänds super, aber dieses Monster kriegt man eh nicht tot, auch wenn Springer dir einredet, man wolle ihn verbieten“.
Du sagst: „Karl May ist deutsches Kulturgut und Winnetou ist der Held meiner Kindheit“.
Ich sage: „Karl May’s Werke sind angesichts der in ihr enthaltenen rassistischen Stereotype in der heutigen Zeit als Jugendliteratur nicht zu verantworten und müssten zumindest kommentiert werden. Ausserdem: frag mal die Apachen, wie heldenhaft sie es finden, dass du einen Apachen heldenhaft findest, von dem sie nie etwas gehört haben“.
Du sagst: „Aber das ist doch alles nur Fiktion“.
Ich sag: „Ja. Schwarze Elben sind auch Fiktion, aber die findest du nicht so cool“.
Du sagst zum zigtausendsten mal: „Ach Mensch, wo führt das ganze denn noch hin?“
Ich sag: „Es führt dich heraus aus einer verkrusteten postkolonialen Identität mitten hinein in dieses Jahrtausend“.
Du sagst: „Das ist mir alles zu woke“.
Ich sag: „Ja, anscheinend“.
Du sagst: „Schau doch in deine eigene Heimat“.
Ich sag: „Welche von all denen?“
Du sagst: „Das ist ja wie bei den Nazis damals“.
Ich sag: „Ja stimmt, es ist genauso wie bei den Nazis damals. Bei einigen hat sich leider mental und seelisch nicht viel geändert“.
Du sagst: „Seh ich aus wie ein Nazi?“
Ich sag: „Keine Ahnung? Frag nicht mich, sondern deine Eltern, oder Großeltern. Die wissen, wie Nazis aussehen“.
Du sagst: „…das du immer so persönlich werden musst“.
Ich sag: „Ich muss es nicht. Ich bin es aus Liebe zu meinem Volk“.

Loveparade

Kurz angebunden. Keine Zeit. Kurz, knackig, schnell verständlich. Wenig Worte. Stattdessen die große Geste. Einsilbige Vokabeln. Zack Zack.

Hechel, hechel. Ein stressiger Idiot zu sein und gleichzeitig extrem lässig rüberzukommen. Wer das im Griff hat, ohne einen Medienskandal zu erzeugen, der oder die hat gewonnen. Den analogen Raum nutzen für die maximale „Quality Time“ in Dubai. Sozusagen Sahnehäubchen.

Gas ist aus der Mode jetzt. „Have no fear from Atomic Energy, ‚cause non o dem can stoppa da time!“, sang schon Bob Marley. Ja! Bob Marley war Atomkraftbefürworter. Ich weiß gar nicht, warum das die FDP nicht auf dem Schirm hat? Das wär doch „der“ Marketingbrüller?

Es gibt eh nur eine Konstante im Leben: „Der Markt reguliert sich selbst“, die Politik eigentlich auch. Alles andere ist streng reglementiert und vergänglich! Aktivismus sollte immer in der Gründung eines Startups enden, denn wir haben keine Zeit mehr zu verlieren! Egal was wir machen wollen, wir brauchen die Mittel dazu. Unsere Steuern zahlen wir an globale Konzerne, also wo soll das Geld dann herkommen? Ja denk mal nach! Was bleibt denn, außer wieder die Taschen der dummen Wahlsubstanz?

Das nennt man dann Capital Venture. Das klingt nach großem Unternehmertum. Ist aber eigentlich lediglich sowas wie „Sondersteuererhebung“. Solange unter dem Radar segeln, bis der große Plan aufgeht und dann zuschnappen, wie ein Krokodil in einer Restwasserlake in der Serengeti. Schnipp Schnapp. So denkt mitlerweile nicht nur der*die Investmentbanker*in, sondern auch der*die Klimaaktivist*in

Wenn’s dann soweit ist, kannst du natürlich hergehen und ungezwungen auflabern:

Soziale Gerechtigkeit
Nachhaltigkeit
Intelligente Urbanität
Politische Bildung

So macht das Diskutieren spass. Ja, da fängt die Diskussion erst an. Bis dahin ist Maloche angesagt, oder Alltagshedonismus, oder pures Elend. Du musst dich entscheiden 3 Felder sind frei. Plopp!

Aber sieh‘ das jetzt bitte nicht als Einladung zur Loveparade nach Berlin. Dort hat diese schon lange nichts mehr zu suchen. Wir sollten sie endlich nach München holen!

https://groove.de/2022/07/11/dr-motte-eklat-bei-erfolgreicher-parade/

Die Gegenwart ist felsenfest überzeugt

Das Produkt ist darauf ausgelegt, uns zu konsumieren. Es verwertet uns auf multiplen Ebenen und macht uns selbst zu Produkten, welche wiederum ebenfalls darauf ausgelegt sind, organisches Leben zu konsumieren und die Reste als digitale Nebenprodukte auszuscheiden.

Jedes System steht und fällt mit dem Backup!

Während dessen irrt die Gegenwart felsenfest überzeugt durchs Universum.

Solange wir auf keine andere Lebensform dort draußen treffen, die wir auch nur annähernd als solche zu akzeptieren genötigt sind, sind wir He-Man. Wer den nicht kennt, der sollte ihn kennenlernen!

Denn er kommt uns gerade teuer zu stehen.

Da bin ich felsenfest überzeugt…

Deswegen muß man auch mal radikal sein können, anstrengende Menschen aus seinem Leben streichen, stattdessen Platz machen für NFT’s und Grundstücke im Digitalen. Nur dort können wir unendlich lange existieren, denn dort spielt der Tod keine Rolle…solange die grenzenlose Energiezufuhr geregelt ist.

Auch wenn man es nicht glauben mag, so reift doch aktuell in uns allen die felsenfeste Überzeugung, dass diese Problematik keine allzu lange Halbwertszeit mehr besitzt.

Die Energie, die nötig ist, um dein digitales Leben zu erhalten, kann bald aus der Zersetzung deiner organischen Biomasse generiert werden.

Man kann sich jetzt natürlich dieser Entwicklung komplett widersetzen, aber darin liegt die Zukunft, da bin ich felsenfest überzeugt.

Das Produkt ist uns hartnäckig auf den Fersen. Bald hat es uns alle zu Produktionselementen umgewandelt. Die Zukunft ist erbarmungslos unfassbar und die Gegenwart hingegen ist felsenfest überzeugt.

Titel, Thesen, Temperamente

Die Diskussion nimmt einen unglücklichen Verlauf und alle fallen aus allen Wolken, denn das können sie nun wirklich überhaupt gar nicht verstehen. Kein Wunder: verstehen kommt ja auch von Verstand. Wer nichts verstehen will, verliert irgendwann einmal den Verstand und landet immer in der selben Suppe.

Tut mir leid Schatzipatzi, da musst du jetzt selber raussurfen. Nein, ich werde den Löffel nicht anpusten, vergiss es. Sauerstoffreserven sind gerade knapp. Aber keine Sorge, igendwann kommt schon der nächste Sturm, der reisst dich dann mit und du erfährst dich wieder ganz neu! Du fängst an, Marathon zu trainieren, oder Riesensprünge auf dem Basketballplatz, oder Pilates, Yoga oder whatever.

Hauptsache ich habe meine Ruhe dann.

Rohkostsalat.

Wohlfühlbowl.

Podcast über die Seelenruhe der Skeptiker.

Die Welt liegt dir zu Füssen, nimm, was dir zusteht!

„Nein! Ich bin ein modester, aufrichtiger, nerdiger, rauchender, biertrinkender, nihilistischer Hip Hop Head mit IT-Skillz“.

Erzähl mir nichts!
Greif zu du kleiner selbstgefälliger Aasgeier.
Nutze deine Privilegien, sonst übernehm ich sie und dann wird wieder geheult…