Wen zum Teufel interessiert eigentlich das Bernsteinzimmer?

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Bernsteinzimmer

Jetzt stelle man sich mal vor, das Bernsteinzimmer würde gefunden werden. Irgendwo in Polen in einem bisher unentdeckt gebliebenen Nazibunker. Ich sag nur soviel: Preußenkönig Friedrich Wilhelm I hatte es dem Zaren Peter dem Großen 1716 geschenkt und die grießgrämigen Nazis haben es im Zarenpalast Zarskoye Selo 1941 wieder demontiert und zurück in die Heimat verfrachtet, wo die gesamte Ausstattung des Zimmers dann nach Kriegsende verloren ging.
Ich kann mich noch erinnern, als ich in den 90ern auf einer Exkursion in Russland die Gelegenheit hatte, den Zarenpalast zu besuchen und wirklich zutiefst in meiner deutschen Seele getroffen war, als ich diese billigen Imitate an den Wänden des Zimmers sah, das früher so prunkvoll ausgestattet war.
Wie weit das alles doch jetzt ist? Bernstein, König Friedrich, Zar Peter, die Nazis und der ganze Muckefuck? Bernstein ist ja wunderschön, aber eingebaut in diese riesigen Tafeln in so ein überladenes Barockensemble? Das sieht doch scheisse aus, ganz ehrlich, als ob das Zimmer mit Kacke und Gold eingeschmiert wär und zwischen drin so Büsten auf Sockeln und güldene Leuchten und so’n kram. Wer braucht denn den Schmarrn ganz ehrlich? Das wollt ich nur mal gesagt haben, auch wenn das gerade nicht viele interessiert. Wie bin ich jetzt drauf gekommen? Ach ja. Alle reden über Frauke Petry gerade, da dachte ich mir, ich mach mal ein anderes Fass auf. Is in die Hose gegangen ok.

Apropos Frauke Dingsda. Die hat ja jetzt in München im Hofbräukeller gesprochen und der Wirt wollte in letzter Minute absagen. Alle fanden den Wirt ganz toll, weil man ihm gleich Zivilcourage andichten wollte. Dabei war der alles andere als mutig. Mit Frauke und der AFD hat der wohl am geringsten Probleme gehabt, sonst hätte er ja Ende April nicht einen Vertrag mit denen unterzeichnet? Der hatte tatsächlich – nach eigener Aussage – Anst vor gewaltbereiten Gegendemonstranten! Das nur zur Info. Mehr will ich dazu nicht sagen, weil ich’s so richtig nebensächlich finde. Ich boykottiere den Laden schon seit langem und das rate ich auch sonst jedem/r.

Aber im Zuge der Promotour von Fraukelein gab es tatsächlich einen Vorfall in Landau, der mich wirklich überrascht hat, nachdem ich ja in einem meiner letzten Einträge, Landau als potentiellen Aufenthaltsort mindestens eines Sonderexemplares von niederbayerischen Hurensöhnen gedisst hatte (s. http://blog.triptown.de/?p=1241): Frauke hat also auch in Landau gesprochen und wurde tatsächlich mit frechen Anti-AFD-Flyern konfrontiert. Empört wandte sie sich vor ihrer Rede an die Hörerschaft im Saal und forderte die Urheber der Flugblätter auf, sich persönlich dazu zu äußern. Nach anfänglichem zögern, traten dann ein paar Schülerinnen und Schüler vor, erhielten von ihr das Mikrophon und ließen anscheinend Statements ab, die inhaltlich den geistigen Horizont von dear Frauke so sehr überforderten, dass sie die Jungs und Mädels kurzerhand von ihrer Security rausschmeissen liess. Also freue ich mich nun, berichten zu können, dass es in Landau mindestens 5 richtig coole arschtighte Kids gibt, die Grips in der Birne haben und das Herz am rechten Fleck! Big Up! (http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_dingolfing_landau/2074438_Petry-in-Niederbayern-Landauer-Schueler-bieten-AfD-Chefin-die-Stirn.html).

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40 Tage des Musa Dagh von Nuran David Calis im Residenztheater München 2016

Zu guter letzt möchte ich noch ein Theaterstück ansprechen, zu dessen Premiere im Residenztheater München ich mich befand: „Die 40 Tage des Musa Dagh“ – eine mutige Bühnenadaptation des gleichnamigen Romans von Franz Werfel aus dem Jahr 1932, inszeniert von Nuran David Calis, dem es erfreulicherweise weniger darum ging, die bedrückende und gleichzeitgig epische Geschichte in einem dramatischen Theatermarathon auf die Bühne zu bringen, als die tatsächlich relevanten Fragen, die uns heute – nach einem geschlagenen Jahrhundert – immer noch plagen und uns an ihren Antworten zweifeln lassen. Der Regisseur wagt trotzdem den müßigen Schritt und lässt seine Darstellerinnen und Darsteller sich zu eben diesen Antworten hinarbeiten. Was am Anfang die Befürchtung hochkommen lässt, in Wiederholungsschleifen von mühsamen Monologen auszuarten, die ewig und immer wieder auftauchenden Themen erneut aufzuwärmen und so dem eh schon niedergeschlagenen Gewissen des Besuchers aufzutischen, entpuppt sich durch einen genialen Geniestreich als eine Erleuchtung: die beiden Hauptprotagonisten sind tatsächlich armenischer () und türkischer Abstammung () und tatsächlich haben beide Familiengeschichten, die von ethnischer Repression und Verfolgung durch die jeweils andere Dominanzkultur geprägt sind.
Ismail Deniz stammt von einer Familie aus dem nordostanatolischen Erzurum. Seine Grosseltern wurden damals durch armenische Truppen, die sich mit den Russen solidarisierten, aus ihrem Dorf getrieben. Daron Yates stammt von einer armenischen Familie aus Anatolien ab, die ebenfalls – so wie viele – einer Verfolgung unterlegen ist. Durch das effektive Zusammenspiel von gut ausgewählten historischen Zitaten, die auch die Beteiligung der deutschen und alliierten Militärs und Politiker an diesem Völkermord deutlich machen und nachgespielten Szenen aus Werfels Buch – alles übrigens auch eindrucksvoll schauspielerisch gespielt und dargeboten durch die übrigen Darstellerinnen und Darsteller -, entfaltet sich ein Erzählstrang, der dem Zuschauer, nach all der Verwirrung der verschiedensten Perspektiven die Möglichkeit eröffnet, übergreifende Empathie zu spüren, ohne ihn nur in eine Deutungsformel einzuengen.
Nuran David Calis ist sich anscheinend der vielen verschiedenen Perspektiven auf dieses schwierige Thema bewusst und hat diese auch zutiefst verinnerlicht, was auch seiner eigenen türkisch-armenischen Biographie geschuldet sein mag. Mit diesem Stück schafft er es nun tatsächlich, durch Nutzung einer schlanken Datendurchsetzung und dem sparsamem Einsatz von pathetischer Dramatik, das wesentliche im tiefen inneren unseres menschlichen Wesens anzusprechen. Er beweist damit, dass uns nichts übrigbleibt, als mit all unserer Kreativität und Aufrichtigkeit immer wieder an diese schweren und erdrückenden Inhalte zu wagen, ja dass sich dies auch lohnt und dankbar aufgenommen wird, wenn man sich nur der richtigen Methoden bedient und sich die Freude am Erzählen nicht nehmen lässt. Die Karten sollen für die bisher ausgeschriebenen Vorstellungen schon Ausverkauft sein. Das schreit wohl nach weiteren Terminen?

Darstellerinnen und Darsteller:
Ismail Deniz
Friederike Ott
Michaela Steiger
Simon Werdelis
Daron Yates
Bijan Zamani

Regie: Nuran David Calis
Bühne: Irina Schicketanz
Kostüme: Amélie von Bülow
Musik: Vivan Bhatti
Licht: Uwe Grünewald
Dramaturgie: Angela Obst

Interessant: mindestens ein Exemplar einer Sonderspezies der Bayern in Landau entdeckt!

Also hier lustige Geschichte:
Ihr kennt hoffentlich alle die Band „Unterbiberger Hofmusik„? Wenn nicht, dann würde ich sie euch gerne nahelegen. Diese bayerische Volksmusikcombo besteht in ihrem Kern aus der Familie Himpsl mit Papa, Mama, den drei Söhnen und im weiteren aus Musikern aus dem engeren Umkreis der Freunde der Familie.

Franz Himpsl, der Papa und Bandleader (so wie sich das bei richtigen Bayern gehört), ist seit längerem mein enger Freund. Franz interessiert sich schon seit langem für türkische Musik und lernt auch schon seit Jahren Türkisch. Natürlich haben die Unterbiberger auch eine große Bandbreite an türkischer Musik in ihrem Repertoire. Sie geben sich ausserordentlich Mühe mit dem Liedgut und spielen die Stücke mit viel Liebe und Herzblut. Das zeichnet sie aus. Dafür sind sie bekannt und haben auch schon so einige Preise eingeheimst.
Der Franz und ich, wir mailen des öfteren auf türkisch und bayrisch hin- und her. Ich lerne von ihm so einige bayrische Floskeln. Dafür Versorge ich ihn mit Grundkenntnissen im Türkischen. Dabei achten wir beide besonders auf Rechtschreibung, Satzbau und korrekte Inhalte, damit der effektive Lerneffekt möglichst gewahrt bleibt.
Jetzt habe ich aber letztens eine Mail von ihm erhalten, die mich ziemlich schockiert hat. Im Anhang der Mail befand sich die Abbildung eines mit Schreibmaschine verfassten Beschwerdebriefes eines „ehemaligen Fans“ der Unterbiberger (adressiert aus Landau), der sich darüber echauffierte, dass die Band diesmal bei einem Konzert in Landshut zu viele türkische Lieder gespielt habe. Das wäre nicht gut, denn wenn man sich in Bayern mal umhören würde, dann würde man ziemlich schnell merken, dass die Bayern die Türken gar nicht gerne mögen und dass er deswegen die Unterbiberger nicht mehr favorisiere, auf keine Konzerte mehr kommen werde und den Newsletter abbestellen werde.
Daraufhin dachte ich mir: „der arme Franz. Ich muß dem was Aufmunterndes schicken“ und ich verband diese Aufmunterungsaktion mit einem ausgeweiteten Türkischkurs. Ich fand, die Zeit war jetzt reif, um Franz mit den höheren Weihen der türkischen Sprache bekannt zu machen.
So schrieb ich folgende Zeilen in der Hoffnung, Franz würde sich an der Übersetzung einer etwas ausgefalleneren Textpassage erfreuen: „Aaaaa! çok ilginç bir keşif: demek ki Landau’da en az bir bavyeralı orospu çocuĝu varmış! Onu da Allahın izni ile Tayyip Erdoĝan siksin!„, was soviel heisst wie: „Aaaaah, sehr interessante Entdeckung! Es gibt also in Landau mindestens einen bayerischen Hurensohn! Den möge doch – so Gott will – Tayyip Erdoĝan ficken!
Natürlich war das nicht für die Öffentlichkeit gedacht, aber der Franz hat wohl – nachdem er die türkischen Zeilen leicht überflogen hatte – sich gedacht: „Ah das ist sicher ne coole Antwort vom Triptonious Coltrane und hat das Ding tatsächlich an seinen türkischsprachigen Mailverteiler weitergeleitet (mit meiner Namensangabe im Zitat).
Nun hängt ja mein Ruf in der seriösen türkischen Community eh schon tief genug. Da kann man sich gar nicht mehr vorstellen, wie weit derselbige dadurch noch weiter gesunken ist.
Aber Wurscht. Jetzt weiss mein lieber Franz zumindest, was Hurensohn und ficken auf türkisch heissen. Den Landauer Nuttenbengel hab ich schon bei der türkischen Botschaft denunziert. Dem wird das Maschinenschreiben vergehen, wenn erstmal Visafreiheit herrscht, mein lieber Schorli! Aber wer weiss: vielleicht kümmert sich ja in vorauseilender Sorge die Bundeskanzlerin persönlich um ihn?

Weitere empfehlenswerte bayrische Bands:
– Da Ding (http://www.da-ding.de)
– Koflgschroa (http://www.kofelgschroa.by)
– Zwoasta (http://www.zwoastoa.de/).

Das sind meine bayrischen Lieblingsbands momentan. Es gibt sicher auch mehr hörenswertes hierzulande, aber das sind halt auch meine Spezln, woast. Und des is auch wichtig.

Triptonious Coltrane

P.S.: Alle diskriminierenden Ausdrücke und Bezeichnungen in diesem Text sind allein im ironischen Zusammenhang zu sehen. Der Autor distanziert sich bis auf Weiteres von der einseitig-humorlosen Lesart derselben.

Gott ist Tanz und umgekehrt!

Ein Tanzverbot ist nicht nur die Bevormundung des Individuums, sondern auch noch eine sehr schädliche Konditionierung. denn es reduziert den Tanz auf reinen Hedonismus und zu einer Art respektloser Handlung den Leidenden, den Toten, heiligen Wesen, oder gar Gott gegenüber.

Die Wahrheit ist: Tanz ist seit Menschengedenken eine der Grundelemente der menschlichen Spiritualität und somit auch ein Teil der Grundlage von Religion (welche meiner Meinung nach nichts anderes ist als zu Ideologie verkommene Spiritualität).

Ja! Tanz kann bewusstloser Hedonismus sein, aber das ist nur einer von vielen Aspekten des Tanzes! Tanz ist jedoch vor allem ein komplexer Vorgang, der es Menschen ermöglicht, eins mit ihrer Seele und ihrem inneren Wesen, somit aber auch mit dem Göttlichen zu werden.

Tanzen zu verbieten, ist eine Entfremdung vom eigenen spirituellen inneren Wesen. Tanzen zu verbieten ist eine böse Handlung, denn sie zielt darauf hinaus eine natürlich notwendige menschliche Kommunikation und Transzendenz einzuschränken.

Tanzen zu verbieten ist im Grunde die Verleumdung des Göttlichen. Dieses Verbot kann nur von Religionsvertretern geäußert werden. denn Religionen sind Machtapparate, die versuchen, die Einsicht von der menschlichen Unzulänglichkeit so weit als möglich erträglich zu machen, indem sie den Menschen mit solchen Faktoren wie „Machtpolitik“, „Geldwirtschaft“ vom wesentlichen ablenkt. Im Grunde sind Religionen Verwaltungssysteme für das vermeintlich „Schlechte und Böse“ im Menschen. Kann sein, dass das auch notwendig ist, aber es kann nicht der Kern unserer Existenz sein, uns ständig für etwas böses schuldig zu fühlen, oder andere zu beschuldigen. Ganz im Gegenteil.

Dazu John Lennon: „God is a concept, by which we measure our pain“.

Tanzen zu verbieten bedeutet: das menschliche zu entwürdigen und sich selbst zu negieren, in dem man als Mensch sich nämlich anmaßt, zu wissen, was gottgefällig sei!

Das jedoch werden wir nie wissen, denn alle Bücher dieser Erde sind von uns selbst geschrieben und Gott ist ein von uns erschaffenes Fabelwesen, ein Ettikett, mit dem wir unsere perversen Machtansprüche legitimieren.

Das wahrhaft Göttliche können wir nur in sehr besonderen Momenten vielleicht im kleinsten Ansatz erfahren, aber wir werden es nie und nimmer begreifen. Es liegt nicht in unserem Ermessen. Dazu sind wir zu klein und unwichtig.

Es in einem Buch niederzulegen, um seine eigene kleinkarierten weltlichen Machtanpsruch zu manifestieren und auch noch zu behaupten, es wäre von einem gewissen „Gott“ gesandt worden, zusätzlich auch noch Menschen zu ächten, die sich dieser Theorie gegenüber kritisch äußern, ist – schlicht und ergreifend – reine Anmaßung und Hybris.

Und die haben wir – so wie jede unserer Handlungen – unserem Gewissen gegenüber selber zu verantworten. Der Beichtstuhl ist nur die Bühne für die Inszenierung unserer inneren Abgründe.

Wenn es ein göttliches Wesen gibt, dann nur deswegen, weil wir Teil davon sind.

Alles ist Bestandteil des Göttlichen! somit unter anderem auch das Individuum! die Menschheit ist im Gegenzug dazu ein kleines Nichts. Also hört auf euch anzumaßen, ihr könntet in ein paar Konzilien festlegen, was Gott wann und wo gerne wie gehandhabt haben wollen würde.

Gott ist Tanz! Deswegen: wenn du dem göttlichen Nahe sein willst, dann tanze!

Euer Zauberwort: Intergration

Integration ist das Traumgebilde einer sturen Mehrheitsgesellschaft.
Ein Mittelfinger für die Integration!
Eine Gesellschaft, die die Integration von vermeintlich aussenstehenden in seine eigene Strukturen erwartet, muss schon sehr hochmütig von ihrer perfekten Infrastruktur und stabilität überzeugt sein. Dass diese völlig unzureichend ist, sehen wir gerade. Deswegen: lasst uns mal an neuen gemeinsamen Strukturen bauen, statt sich auf einseitig definierte zu verlassen!

Völker hätten theoritisch Ansprüche auf Nationen, aber da es weder Völker, noch Volkskulturen, noch Nationen gibt, erübrigt sich ein solch gearteter Anspruch komplett.
Auf national-völkischer Basis sich legitimierende Mehrheitskulturen sind künstliche Konstrukte, die sich so lange von ihrem Staatsmythos tragen lassen, bis sie der nächsten Revolution erliegen. Danach sind sie meist Geschichte. Insofern wirkt die Romantisierung solcher kulturellen Anspruchsräume immer recht albern. Zu viel von dieser Albernheit kann jedoch schnell zu existentiellem intellektuellen Unterdruck führen, wie man gerade am Beispiel von Pegida, NPD und AFD sehen kann. Aber sogar Vertreterinnen und Vertreter der alten Garde der Sozialdemokraten und der gemässigten Konservativen warten durchaus mal mit realsatirischen Selbstmordattentaten auf. Beispiele will ich der/dem geneigten Leserin/Leser ersparen. Dem Hirnfick ist man eh ständig ausgesetzt.

Ich habe mich Zeit meines Lebens jeglichen Formen der Integration in eine irgendwie geartete mehrheitsgesellschaftliche kulturelle Ordnung verweigert. Nicht nur in Deutschland!

Ich glaube nicht an Integration. Vielmehr glaube ich, dass dieser Begriff eine sehr einseitige Laufrichtung in sich birgt und deswegen eigentlich schon immer obsolet war. Es gibt keine stabile kulturelle Einheit und auch keine in diese zu integrierende einheiltich fremde Gesinnungsform.

Deswegen erschöpfen sich die Handlungsmuster der voneinander säuberlich durch Status und kulturelle Selbstsuggestion gefangenen Gesellschaftsgruppen in stereotypen Haltungen. Die einen helfen und integrieren aus einer überlegenen Sondstellung heraus. Ihre Institutionen, Genossenschaften und Vereine werden vorwiegend dominiert von Vertretern der „weissen“ Mehrheitsgesellschaft. Sie laden grossmütig ein und ziehen somit den Groll der rechtsextremen und rechtskonservativen Gesellschaftsgruppen auf sich. Diese hingegen wollen die Grenzen gleich ganz dicht machen und auf jeden schiessen lassen, der sich ihr „illegalerweise“ nähert.

Dabei ist seit Darwin eigentlich klar, dass die flexibelsten Strukturen am längsten überleben, aber auch in kauf nehmen müssen, nie allzulange gleich zu bleiben. Im Grunde ist jede Gesellschaftsstruktur flexibel, stets im Wandel und plural aufgebaut. Oder sieht irgendjemand auf dieser Welt eine Gesellschaft, die sich nie verändert und in ihrer Konsistenz immer gleich bleibt?

Das, was vielen immer noch sehr schwer fällt, ist es anscheinend, dies zu akzeptieren. Stattdessen stützt sich unser Unterbewusstsein stets auf die subtilen Statussicherheiten der Mehrheitskultur. Auch bei denen, die ihre liberale Haltung stets beteuern, ist das so. Die Diskrepanz zwischen Bewusstem und Unterbewusstem wird da oft unterschätzt.

Es gab Zeiten, da haben in diesem Land migrantische Institutionen fast täglich lauthals Integration, Wahlrecht, Mitsprache eingefordert. Das war in den 70ern und ging bis in die Mitte der 80’er. Damals wäre die „Integration“ als Zwischenstufe durchaus möglich gewesen und auch nur in dieser Form legitim einforderbar.

Nach der endgültigen Durchsetzung der neoliberalen Ordnung unter Reagan, Kohl, Thatcher und Co. jedoch waren diese Forderungen (die im übrigen vom Etablissement der Mehrheitsgesellschaft nie wirklich ernst genommen wurden) ersteinmal vergessen. Europa war erstmal damit beschäftigt, kapitalistische Strukturen zu schaffen und Kohle zu schäffeln.

Die sozialen und gesellschaftlichen Probleme, die Entfremdung, die aus diesem Kommunikationsbruch erwuchsen gärten lange vor sich hin, bis die Spannung kaum zu ertragen war.

Das ist der soziale Brennstoff, den man sich seit Ende der 80’er teilweise bewusst, aber auch oft unbewusst hergezüchtet hat. Daraus resultiert nun das gefundene Material für politische Agitation! Das heisst, soziale Spannungen dienten bis vor kurzem als Steinbruch für die politische Propaganda von den Konservativen Kräften in den etablierten Parteien, die sich für sehr klug und geschickt hielten und sie genau zu diesem Zwecke schön auf Halde liegen liessen. Nun erzeugen diese jedoch Abfallsubstanzen, die sich am Grund ansammeln – so ähnlich wie gefährliche Gasblasen in grossen Müllhalden.

Dies bedeutet: das politische Kapital der konservativen Schichten innerhalb der etablierten Volksparteien wandelt sich nun zu gefährlichem Sprengstoff, der in seiner Durchschlagskraft extremeren politischen Gruppierungen als Brandbeschleuniger dient. Ich will damit sagen, dass diese konservativen Schichten in der Mitte der Gesellschaft schon seit langem den Nährboden gezüchtet haben, auf dem sich nun die Afd austobt.

Die Integration hat nicht versagt, sondern ist nur als Forderung der benachteiligten Minderheitenschichten temporär nützlich gewesen, war aber als langfristige Pseudolösung, wie sie durch eine neokonserative Elite im imperativ eingefordert wurde und wird, nie der richtige Ansatz.

Die Laufrichtung darf nicht ständig von Ost nach West führen. Die Menschheit muss eher zusammenkommen in der Mitte gesellschaft. Die rechten Kräfte müssen wieder dahin gedrängt werden, wo sie hingehören: an den Rand. Stattdessen muss die bürgerliche Mitte durch die Vielfalt besiedelt und erweitert werden.

Welchen Begriff man für diesen Prozess dann wählt, ist mir eigentlich ziemlich schnuppe.

Triptonious Coltrane

Mafia vs. Islamischer Staat vs. Arab Troopers?

Musikvorschlag zum unten folgenden Gedankengang (leicht im Hintergrund, muss nicht laut sein): https://www.youtube.com/watch?v=69yK5mNEsYw&index=1&list=PL45C148144ADD6B46.

Man sagt, „der legendäre Chef des mexikanischen Sinaloa Kartells Joaquin ‚El Chapo‘ Guzman hätte dem Islamischen Staat den Krieg erklärt“. Das soll aber leider eine Hoax sein. Mehr dazu hier: http://www.snopes.com/el-chapo-threatens-isis/.

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Und dann gab es letztens noch diesen Patensohn Giovanni Gambino, der sich zwar vermeintlich als Schriftsteller und Drehbuchautor versucht und selbst nichts mehr mit den Geschäften der Mafia zu tun haben will, aber gelegentlich dann schon mal in der ersten Person Mehrzahl spricht, wenn er auf sie zu sprechen kommt: http://www.welt.de/vermischtes/article149231262/Die-Mafia-will-jetzt-auch-gegen-den-IS-vorgehen.html. Auch er vertritt die Meinung, dass das Mitmischen der Mafia im Anti-Daesh-Kampf sinnvoll wäre.

Warum sollten wir uns denn darüber wundern? Jetzt mal im Ernst: wir wissen doch alle, dass dubiose Machenschaften schon immer den Kern des Kriegs- und Ölgeschäfts bildeten, sozusagen das Knochengerüst. Um welchen Spezialbereich es auch geht: Waffen, Öl, Prostitution, Drogengeschäfte, Schutzgelderpressung, Waffenschmuggel, Mord und Totschlag, Völkermord, etc.. Die Kooperation zwischen der legitimierten Macht und der Unterwelt ist doch nicht umsonst der Stoff eines jeden gutgemachten Thrillers. Das ist doch nicht nur so, weil die Story irgendwie spannend klingt, oder?

Klar wird alles in der Phantasie noch einmal ordentlich aufgeblasen, aber im Grunde wundere ich mich gerne mal auch über die, die sich plötzlich kollektiv über Dinge wundern, von denen jeder wusste, oder zumindest annahm, dass sie immer so waren wie sie waren, aber richtig wundern tut man sich eben erst dann, wenn offiziell auch die Zeit zum Wundern geschlagen hat. Denn man weiss ganz genau: macht man’s zu früh, oder zu spät, dann kann einem das Wundern schon mal die Glaubwürdigkeit, oder gar Kopf und Kragen kosten. Ich nenne das: „die Kunst des zeitgenauen Wunderns“.

Neuer Musikvorschlag zum nächsten Gedankengang (kann schon auch laut sein jetzt): https://www.youtube.com/watch?v=2uYs0gJD-LE&list=RDpgRUHIeaKOk&index=29.

Aktuelle Allianzen gegen den Terror:

  1. Assad und die Russen
  2. Die Westmächte: England, Amerika, Frankreich, Deutschland, Israel. Wen vergessen? Ja die Türkei, aber die ist eine Stufe weitergerutscht…
  3. Jetzt kommt’s: die Islamische Allianz, bestehend aus: Saudi Arabien,
    Türkei, Ägypten, Jordanien, Quatar, Pakistan, Vereinigte Arabische Emirate, Bahrein, Kuwait, Tunesien, Marokko, Lybien, Sudan, Palästina , Libanon, Yemen, Bangladesh, Malaysia, Somalien, Die Maldiven, Sierra Leone, Guinea, Benin, Die Komoren, Tschad, Mauretanien, Togo, Nigeria, Dschibuti, Niger, Senegal, Mali
    Gabun.

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Letztere sagen aber ganz offen: „Wir bekämpfen nicht nur die Daesh, sondern den Terrorismus im generellen“. Soso. Auch den rechtsradikalen Terrorismus hier in Europa? Da haben die unter Punkt 2 schon ein klareres Bild vom Terrorismus: die bekämpfen nur den radikalen Islam. Und die unter Punkt 1? Die retten sich gegenseitig den Arsch. Das ist aufrichtige konfessionsübergreifende Solidarität, wie sie im kalten Krieg noch üblich war.

Es ist zu einer willkürlichen tagespolitischen Entscheidungsfrage geworden, wen man als Terroristen bezeichnet.

Ich würde die Musik jetzt aber komplett abschalten:

In der Türkei gelten eindeutig die Kurden als die Terroristen. Gerade nutzt der türkische Staat die kriegerische Spannung an der syrischen Grenze, um eine ethnische Säuberung im Osten des Landes vorzunehmen. Eine 10.000 Mann starke Armee-Einheit zerbombt mit Panzern und schwerem Geschütz die Sädte Sirnak, Cizre, Hakkari, Batman und Diyarbakir. Das sind kurdische Städte. Die Ausgangssperre herrscht teilweise seit Wochen. Kein Wasser, keine Elektrizität. Kinder graben Schützengräben und bauen Barrikaden. Jugendliche Splittergruppen bilden neue Guerillaeinheiten, schlecht bewaffnet und naiv. Es ist lächerlich eigentlich. Trotzdem sind sie tapfer. Ihr Spielplatz war schon immer der Bürgerkrieg und dort sterben sie nun wie die Fliegen. Genauso wie die Soldaten, die oft Bombenanschlägen zum Opfer fallen. Daneben sterben natürlich auch jede Menge Unbeteiligte – Kinder, Frauen, Greise. Sie sind die eigentlichen Leidtragenden. Ohne Schutz und Sicherheit werden sie meist ermordet von Spezialeinheiten der Polizei – Killerkommandos.

Vor ein paar Tagen wurden sämtliche Lehrer von den staatlichen Schulen in der betroffenen Region abgezogen. Wer nicht geht, gilt als Kollaborateur. Nur wenige sind geblieben. All die Heroen des Geziparks in Istanbul zeigen nur wenig Solidarität. Sogar hier wird ein tiefer Spalt in der Gesellschaft sichtbar. Atatürk und das nationalistische Dogma hat sich eingefressen: wenn man’s runterbricht, befürworten vermutlich fast 60 Prozent der türkischen Staatsbürger diese harte Gangart gegen die Kurden (die Zahl ist auch unter den Sozialdemokraten sehr hoch). Ein Volk wird so gespalten und zerstört.

Es kommt mir vor, als würde dort im Osten die Gesellschaft durch schweres neoliberal-islamistisches Gerät glattplaniert. Ein neues Feld wird erschlossen, indem es von jeglicher soziokultureller Struktur gesäubert wird. Welchen Kräften da der Weg geebnet wird, ist noch nicht so klar. Die Ungewissheit greift um sich.

Gleichzeitig hofiert Europa Erdogan und belohnt ihn mit Geldzahlungen gegen Rückhaltung der „Flüchtlingsströme“. Es ist fast magisch: Sogar die EU-Beitrtittsverhandlungen gewinnen an Fahrt. So nah war die Türkei dem Beitritt noch nie. Erdogan hingegen unterstützt seit Jahren den Aufbau der Daesh mit Waffenlieferungen, Finanzsubventionen, medizinischen und sanitären Hilfsleistungen für die Kämpfer.

Ich denke es ist wieder einmal die Zeit zum Wundern gekommen. Los Leute: Wundert euch!

 

die grosse lüge von der aufklärung

die zahlen überschlagen sich. sind es 1600 oder 3500 delikte mit rechtsradikalem hintergrund dieses jahr? 100 wären eigentlich schon ein grund zur extremen sorge. gestern nacht brannte eine moschee in stuttgart. so richtig kümmerts keinen. von ermittlungen hört man hier und da mal was. wenn jetzt radikale moslems eine kirche anzünden und täglich übergriffe starten würden, dann wäre in diesem land kriegszustand angesagt. sodom und gomorrha. in der hinsicht unterscheidet sich die subjektive wahrnehmung der gesellschaftlichen mehrheit hier nicht sehr von der in ländern wie der türkei, oder pakistan. also sollte man sich nicht viel einbilden auf die vermeintliche aufgeklärtheit dieser gesellschaft. aufgeblasene pseudoattitüde ist das meiner meinung nach. sonst nix.

ich steh nicht auf moscheen und auch nicht auf kirchen. die abrahamitischen religionen samt judentum und allem hängen mir zum halse raus. ich halte die für einen einzigen hirnfick und unfug. ich mag kein weihnachten und auch keine sonstigen monotheistischen religiösen feste, die all ihre rituale eh billig von uralten kulten und ihren riten geklaut haben. was ich allerdings mag, ist die freiheit, zu glauben, wenn und was man glauben will, oder eben nicht.

die amöben, die die moschee in stuttgart angegriffen haben gestern nacht, glauben nur an eines: an krieg und zerstörung. das ist der einzige glaube, der bekämpft werden muss meiner meinung nach. das ist aufgabe des staates und des sicherheitsapparates. bei 3500 delikten mit besagtem hintergund wird die frage nach der relevanz eines aufwendig subventionierten sicherheitssystems jedoch obsolet. ich glaube der sicherheitsapparat ist eher ein hobby-disneyland für waffen- und gewaltfreaks, die in irgendwelchen ministerien sitzen. wenn sie solche anschläge nicht verhindern können, was tun die dann? ich vermute leider mal, dass sie auf eine perverse art geil sind auf brennende unterkünfte und moscheen. auch auf islamistische anschläge scheinen alle nur gierend zu geifern. anders kann ich mir das nicht erklären.

es müssen schon sehr viele perverse freaks an schlüsselpositionen der staatsapparate sitzen, damit das möglich ist, was seit geraumer zeit in europa passiert. die eskalation der gewalt in diesem masse kann ohne toleranz staatlicher positionen nicht funktionieren. diese peverse kranke unmenschlichkeit geht einher mit perfidem kalkül, das darauf auszielt, mit einer spirale der angst demokratische prinzipien durch ständige ausnahmeregelungen auszuhebeln und die aufrüstung und die investition in sicherheitstechnologie zu erhöhen. diese dienen dann einigen wenigen cowboys zur institutionalisierung ihrer machtpole, die natürlich auch miteinander konkurieren. oligarchen gegen diktatoren gegen mafiabosse. willkommen in der postmodernen distopie.

an diesem punkt befindet sich europa gerade. europa zerstört sein höchstes gut: die aufklärung (oder besser gesagt: die letzten aromatischen pigmente davon), genauso wie radikalislamisten im nahen osten ihre kulturgüter zerstören. europäischer staatsterror und radikaler terrorismus passen in der hinsicht gut zusammen und beflügeln sich gegenseitig.

nur was machen wir menschen, die wir für die liebe einstehen wollen nun? wir verlieren faktisch die basis der menschenrechte. sie wird uns von denjenigen politischen strukturen entzogen, die wir zu ihrer erhaltung im demokratischen prinzip beauftragt haben. wir haben keine waffen, keine ministerien, keine armeen. unser kapital wird entweder durch die neoliberalen konzerne oder die mafia kontrolliert, die wiederum staatliche finanzinsitutionen in ihrem namen als geldeintreiber missbrauchen.

also müssen wir wohl oder übel vom geld weg. wir müssen dem geld sein funktionsmonopol entziehen. wir müssen unsere prinzipien ändern. wir können unsere werte nicht mehr auf materielle sicherheit bauen, denn die materie ist nicht mehr materiell. geld hat nichts mehr mit materie zu tun, sondern nur noch mit ideeller macht, die sich gegen die bevölkerung richtet.

politische posts über dreckschweine bitte ohne namen, ohne bilder, ohne links…

hello allerseits. ich bin jemand, der sich gerne mit politik beschäftigt und auch in den sozialen medien politische diskussionen führt. heute habe ich eine der heftigsten schlagzeilen ever gelesen und möchte hier ein vorgehen in unseren posts anregen, von dem ich denke, dass es uns alle weiterbringen würde. ich schätze es sehr, von freunden auf politische misstände und ungerechtigkeiten in der welt hingewiesen zu werden und tue das auch gerne, weil ich glaube, dass das wichtig ist. mir wird jedoch immer klarer, wie sehr machtmenschen und ihr medienapparat daran profitieren, dass ihre namen, ihre gesichter und die entsprechenden links zu den news eins zu eins weitergereicht werden. es steigert ihre popularität und auch die ihrer kruden aussagen.
ein gutes beispiel in dieser kategorie:
Israels Premier says: Palestinians Are Responsible For The Holocaust, Not Hitler!
im ersten moment schüttelt man natürlich den kopf, aber ich weiss mitlerweile, was das bezwecken soll! das heisst, dass dieser mensch vor kurzem mal ausnahmsweise in ein geschichtsbuch geschaut hat und festgestellt hat, dass es in den 30er und 40er jahren einen grossmufti in jerusalem gab, der mit seinen radikalen thesen über die eliminierung der juden bis zum adolf vorgedrungen ist (https://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Amin_al-Husseini).
statt sich aber die historie und vor allem mal die zeitabläufe in diesem prozess genau anzusehen, wurschtelt er sich eine schöne hetzkampagne gegen die palästinenser zusammen und stopft damit sein kanonenrohr. so geht es ihm zum beispiel auch am arsch vorbei, dass besagter grossmufti den adolf erst im jahre 41 getroffen hat, als der holocaust in vollem gange war. besonders perfide ist, dass er damit den deutschen die historische verantwortung nehmen und diese stattdessen den palästinensern aufbürden will. auch wenn das eine total bescheuerte these ist, verfolgt er damit natürlich eine ausgeklügelte strategie:
mit seinen kruden thesen will er es flächendeckend auf die frontpages schaffen und damit die politische agenda nicht nur innenpolitisch, sondern auch international dominieren. auch wenn es nur für einen tag ist, oder zwei, im idealfalle eine woche. auch wenn es negative publicitiy ist (in anführungsstrichen), die er dadurch erhält. soziale netzwerke sind da natürlich ein wichtiger, sogar sehr wichtiger faktor! das heizt die situation an, das steigert die konflikte und verbessert seine aggressive verhandlungsposition, denn dies alles passiert just in einem zeitraum, in dem der amerikanische aussenminister neue verhandlungen im nahost-konflikt ankündigt und zu einer zeit, in der die stimmung gegen muslime in deutschland sich gerade schön in die höhe schaukelt. in einer solchen zeit des rechtsruckes fällt hierzulande die entlastung des deutschen gewissens – durch den israelischen premier höchstpersönlich – natürlich auf fruchtbaren boden und: man kann beidseitig jegliche ressentiments temporär voneinander weg- und auf einen gemeinsamen feind hinlenken – natürlich hat das eine nur kurzfristige wirkung, aber genau so ist auch seine politik ausgerichtet: auf die maximale effizienz in kürzester zeit. es geht nicht darum, langfristig effektive politiken durchzuführen, sondern nur darum, eine kurzfristig durchdachte hetzkampagne an die andere zu reihen. damit baut er vor den verhandlungen eine harte front auf, um seine kompromisslose haltung zu zementieren und wenn die verhandlungen scheitern, hat er eine wunderbar aufgeheizte grundathmospähre geschaffen, sozusagen als geeignete ausgangssituation, um militärschläge (natürlich alles nur vergeltungsschläge) zu verüben. da er die auch nur seinem eigenen volk gegenüber rechtfertigen muss (wenn überhaupt), muss seine bescheuerte these auch nur innenpolitisch funktionieren. aussenpolitisch kann sie völlig skurril im raum stehen. das juckt in dem falle nicht, denn keiner mischt sich mitlerweile in die „inneren“ angelegenheiten israels ein.
die menschen, die lebenden, die toten, auch die bald sterben werdenden, sind diesem skrupellosen machtpolitiker scheissegal. auch die israeliten sind ihm egal. es geht um eine harte linie und um den profit, den man damit vermehren kann, sowie politisch, als auch materiell. dafür wäre er sogar bereit (wie man sieht), adolf hitler die politische verantwortung für den holocaust zu entziehen. dies zeigt auch seine unveratwortliche haltung der eigenen geschichte gegenüber.
deswegen werde ich weder links, noch bilder dazu posten und fordere alle meine freunde und freundinnen auf, solche unmenschen von ihren pinnwänden zu verbannen. bringt die news, aber ohne bilder, links und namen. wenn jemand nachgucken will, kann er das immer noch tun. newsportale gibts eh wie sand am meer.
jede erwähnung und verlinkung ist für die ein politischer bonus und für ihre medien auch ein materieller.
wenn euch diese arschlöcher auf den senkel gehen, dann boykottiert sie (soweit es geht) in den sozialen medien – im rahmen von satirischen beiträgen kann man ja mal einen namen nennen. aber es sollte immer ein eigener beitrag sein. ich finde, man sollte bei nachrichten zu solchen typen keine links und keine porträitbilder direkt posten:
gönnt schlechten menschen keine plattform!
kopiert die texte und ändert die namen durch titelbezeichnungen oder durch spitznamen. somit können wir uns über die neuesten entwicklungen trotzdem informieren, ohne ihnen als fussvolk zu dienen.
ich glaube daran, dass das besser ist für uns alle. dann müssen wir uns auch nicht ihre dummen fressen ansehen jeden tag. das schlechte karma, das man sich dadurch spart, ist noch ein weiterer verdienst.
POSTET NACHRICHTEN ÜBER SOLCHE PSYCHOPATHEN NUR NOCH, WENN IHR AUCH EIGENE GEDANKEN DAZU AUSFÜHRT.
keine bilder, keine links!
lasst sie nicht kommentarlos stehen. auch negativer personenkult ist pesonenkult. stattdessen zitiert konstruktive aussagen und zitate von reflektierten menschen.

exemplarische vorschläge meinerseits: noam chomsky, zlavoj zizek, bernie sanders, selahattin demirtas, martin luther king, etc. etc. etc.

diese menschen haben/hatten wenigstens konstruktive lösungsvorschläge und nicht nur zerstörungsphantasien.

Pro Akif Pirincci – eine Fürsprache vor der deutschen Nation!

Pegida-Anänger verhöhnen Akif Pirincci (Photo: Flavio Lucchini, Burqua, 2011)

Pegida-Anhänger verhöhnen Akif Pirincci in Dresden! (Photo: Flavio Lucchini)

Akif Pirincci. Was ’ne Nummer! Wahnsinn oder? Bringt er’s tatsächlich eisenhart und sagt auf ’ner Pegidademo in Dresden im Oktober 2015 das, was sich kein biodeutscher Pegidist so leicht trauen würde. Was sich keiner von diesen Luschen traut, das traut sich der Akif. Hut ab!
Jetzt frägt man sich natürlich: Was hat den geritten? Überall diese Frage: Warum? Warum Pirincci? Warum jetzt? Warum Pegida? Er hat doch nur Ärger damit? Der Bertelsmannverlag hat seinen Vertrag schon aufgelöst, gleich ein Paar Tage nach dem besagten Vorfall.
Was ist passiert? Akif Pirincci stand am 19.10.15 in Dresden am Rednerpult und tat das, was er schon im Vorfeld in diversen (national)sozialen Netzwerken angekündigt hatte: er hielt eine hammerharte Rede, mit der er neue Maßstäbe setzen wollte, nur auf welchem Feld? Er selber nannte es Wutrede, aber die Rede klang gar nicht so wütend. Sie klang eher einfach nur vorgelesen. Auf welchem Feld hat er die Maßstäbe nun aber gesetzt? Dummheit? Vermessenheit? Oder ist er eigentlich immer noch der geniale Schriftsteller, für welchen er im allgemeinen noch vor knapp ein zwei Jahren galt? Ich meine der Mann war einer der beliebtesten zeitgenössischen Autoren Deutschlands. Warum plötzlich diese Faxen?
Hat er Drogen-, Existenzprobleme? hat er sein Geld versoffen, oder verkokst und braucht jetzt einfach mal frisches Publikum, bessere Verkaufszahlen? Bereitet er sich auf einen Genrewechsel vor und will jetzt einfach mal seine Gehirnzellen durchpusten? Ein kleiner Adrinalinschub? Inspiration? Ja, das ist doch legitim? Er brachte es zumindest origineller, als die übrigen B-Promi-Tröten, die von einer Realitysoap ins Dschungelcamp und dann wieder in die nächste bescheuerte Boulevard-Talkshow hopsen, von Kanal zu Kanal.
Er hätte es ja auch so machen können!
Aber nein! Akif ist authentisch. Er geht neue Wege! Wie gesagt: Akif setzt Maßstäbe. Und zwar macht er das äußerst raffiniert: er begibt sich zunächst vermeintlich auf den Standard-Islamkritikerfilm und reiht sich da schön hinter Sarrazin, Broder und Matussek ein (genau in der Reihenfolge). Jedoch fällt er natürlich viel stärker auf, als die übrigen, denn er ist ja selber Schwarzkopf (also Kanacke). Er hat ja Wurzeln in der Türkei – seine Familie kommt ja aus einem zum Großteil von Moslems bevölkerten Land. Er muss es ja wissen, wie die so sind?
Solche Art von Selbst-Bashing kommt nun wirklich nicht oft vor und erzeugt natürlich erst einmal ein Raunen in der Leitkulturlandschaft. Dieses ominöse Raunen hat aber für gewöhnlich nur eine kurze Halbwertzeit. Somit drohte der Gute relativ bald wieder in der Spinnerecke zu verfaulen. Aber wir kennen ja unseren Akif! Er war schon immer bekannt dafür, sich auch in den aussichtslosesten Situationen neu erfinden zu können. Er gibt nicht klein bei. Er lässt sich nicht einfach Mundtot machen. Das ist er all den Menschen schuldig, die seit Jahren zu ihm halten. Die ihn auf seinem Weg in den Autorassismus schon immer bestärkt haben. Auch im Bertelsmann Verlag sitzen diese Leute. Klar hat die Geschäftsführung ihm jetzt gekündigt. Er hat es ja auch bewusst darauf angelegt, aber er hätte das nie getan, wenn er nicht immer schon gewußt hätte: da sitzen etliche drinnen, die ihm noch gerne die Stange gehalten hätten, aber mit Tränen in den Augen jetzt zusehen mussten, wie die Gutmenschen der Marketingetage die Augen verdrehten und die Quadratschädel von der Geschäftsführung ihm nun den Gnadenschuss gaben.
Mit Sicherheit war das für ihn ein kurzer Aufreger, aber im Grunde kein so großes Problem. Souverän kann er meiner Meinung nach darüber stehen, denn er ist nicht so einfach zu beeindrucken. Der Mann hat nämlich Zivilcourage!
Und noch dazu ist er nicht blöd. Hordenweise haben die Menschen diese billigen LKW-Fahrer-Lektüren von Sarrazin gekauft. Warum sollten sie seine neuen polarisierenden Hetzschriften nicht kaufen? Was für die einen geschäftsschädigend ist, ist für die anderen die „perfekte“ Promo, massgeschneidert auf das neue sorgenvolle Publikum. Er weiss, dass es genug Verlage gibt, die den neuen Trend erkennen und ihn zu nutzen wissen. Deutschland ist endlich erwacht und es gibt nun eine neue wachsende Leserschaft: die besorgten Bürger.
Überdies beobachtet man nämlich eine brandneue Entwicklung in der zentraleuropäischen Kulturlandschaft. Es handelt sich dabei um eine Art zunehmende Arabeskisierung des Abendlandes (Achtung: nicht zu verwechseln mit Islamisierung!! Haha – das wäre ja jetzt wirklich Kontraproduktiv…).
Arabesk: das ist die Kultivierung des Leidens, des sinnlichen Schmerzes, der diesem innewohnt, sich insbesondere äussernd in Lyrik, Prosa und Liedtexten. Arabesk ist im Grunde die „Philosophie des Leidens“, bisher nur bekannt durch die kulturellen Produktionen der „nahöstlichen“, „nordafrikanischen“, „osteuropäischen“ und der „kleinasiatischen“ Moderne. Ja diese Form des sinnlichen Leidens hielt seit spätestens dem späten 19. und frühen 20. Jhd. eben auch Einzug im Balkan, in Mazedonien, Bosnien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Ungarn. Nur Zentraleuropa war noch nicht bereit dafür. Bis jetzt! Bis Akif Pirincci die Rednerbühne in Dresden betreten hat. Das Leiden kennt der Deutsche an sich schon lange. Nun geht es darum, den nächsten Schritt zu tun: nun geht es darum, die hohen Sphären des tiefen emotionalen Genußes zu erfahren, den das Leid erzeugen kann!
Aber wie kam es dazu? Was hat der gute Akif denn schon grossartiges getan? Exakt: er hat den nächsten Gang eingelegt und zwar ohne zu zweifeln und ohne lange zu fackeln, in einem Moment, in dem alle schon von ihm erste beschämte Rechtfertigungen oder gar Entschuldigungen für seine bisherigen vermeintlichen Ausfälle erwartet hatten. Er hat das getan, was sich verkappte feige biodeutsche Undercovernationalisten im Etablissement nie trauen würden – all diese tollen Mainstreamautoren, die um ihr Image und ihre Abnehmerzahlen fürchten: Akif Pirincci ist ( und das als deutscher Autor mit „muslimischem“ Migrationshintergund!) zur Pegida gegangen, stellvertretend für alle, die sich das jetzt auch so sehr wünschen würden, aber es sich nicht leisten können –  wegen der Karriere, der Familie, der Kinder, des Rufs, des Ansehens, whatever….
All diese Bedenken hat Akif über Bord geworfen! Er hat drauf geschissen! Er hat es für euch getan. Er hat es für Deutschland getan.
Und ihr? Wie dankt ihr es ihm? Das sieht man oben auf dem Foto. Das ist eines dieser Bilder, die uns die Lügen-Presse vorenthält! Das ist Dresden: Pegida-Anhänger verhöhnen Akif Pirincci während seiner legendären KZ-Rede, indem sie einen Ganzkörperkostüm-Flashmob verüben und sich Burkas überziehen. Das ist diskriminierend! So ein undankbares elendes Volk seid ihr! Ihr lasst ihn nicht mal ausreden. Lutz Bachmann hat höchstpersönlich seine Rede unterbrochen und ihn von der Bühne hinunterkomplimentiert, nach schon ca., 20 Minuten! Da war der gerade erst warmgelaufen!…..hinunterkomplimentiert!
Ich hab’s schon immer gesagt: Pegida hat kein Rückgrat. Nur Weicheier. Da muß erstmal ein Türke kommen, um euch „das“ lauthals öffentlich vorzulesen, was so viele von euch denken und nicht trauen auszusprechen: nämlich, dass ihr gerne bald wieder die KZ’s in Betrieb nehmen würdet, um euch von dieser Flüchtlingspest zu befreien. Er sagt es. Er spricht es aus und was kommt von euch als Dank?
Ein müder Lacher und gleich darauf Buhrufe und Protestlaute. „Keine Hetze, keine Hetze“, habt ihr gerufen. Ich habs genau gehört! Weicheier seid ihr! Miese kleinkarierte Weicheier! Ihr seid so kleinkariert und dumm, ich würde euch zutrauen, dass ihr solch mutige und couragierte Leute wie Akif Pirincci sogar inhaftieren würdet, wenn besagte KZ’s wieder in Betrieb genommen  würden. Ihr würdet diese Leute eigenhändig vergasen. Ich weiss es doch.
Warum? Nur weil sie nicht die richtige Abstammung haben, die richtige Hautfarbe oder den richtigen Stallgeruch. Dabei sind es diese Leute, die euch immer schon die Aufmerksamkeit und die nötigen Referenzen erwiesen haben. Es sind solche Leute wie Matthias Matussek, Henryk M. Broder, Heinz Buschkowsky, Akif Pirincci, die euch selbstlos unterstützt haben. Sie haben euch die mediale Aufmerksamkeit gebracht, die ihr brauchtet. Sie haben euch Mut zugesprochen, wenn es mal nicht so gut stand um die Bewegung. Sie haben Hohn und Spott über sich ergehen lassen, immer tapfer den Kopf hingestreckt, ihrer Ideale willen. Sie haben euch den Weg in die bürgerliche Mitte immer Sperrangelweit aufgehalten. Merkt euch diese meine Worte!

Oh deutsches Volk! Sei nicht undankbar! Verrate deine treuesten Weggefährten diesmal nicht. Lerne aus deiner Geschichte!

Triptonious Coltrane, 2015
Bildinfo: Flavio Lucchini, Burqua (2011)

Chill Out!

chill_out

Das waren Zeiten! Gut, dass sie vorbei sind: Chill Out. Den Begriff fand ich schon immer so verlogen. Während im übersättigten Teil der Welt hart gechillt wurde und man vor sich hin illusionierte, radikalisierte sich Sachsen und Thüringen, der NSU tobte, die Bullen suchten nach der Dönermafia, die Twintowers stürzten ein, Osama Bin Laden und Michael Jackson rockten die Popcharts. Wir waren immer noch hartnäckig am chillen. Irak, Afghanistan, Ghaddafi, Tunesien, Ägypten, Erdogan, Syrien, der böse Islam, Salafisten, die bösen Islamgegner, Pegida und wir glaubten immer noch insgeheim an das Ideal der stromlinienförmigen Karriere. Jetzt Tote in Kurdistan, Syrien dem Erdboden gleich, Putins Kampfjets tun das, was alle immer zu tun vorgegeben haben: die ISIS bombardieren. Flüchtlinge flüchten nicht nur, sie sind auch gleichzeitig Aktivisten. Sie überleben, oder sterben heldenhaft auf der Reise in den Westen. Sie suchen nicht mehr nach dem Glück. Sie fordern ihr Recht! Irgendwann werden auch sie merken, dass sie auf sehr unangenehme Weise mehrere Lücken füllen. Unangenehm, weil man das eben jetzt noch nicht erkennt, wie sehr man als Aufhänger missbaucht wird, von Kultur, Medien und Politik. Harte Scheisse!
Und da gibt es nun einige, die sauer sind, weil die Chill Out-Phase der 90’er und der 2000’er an ihnen vorbei gegangen ist. Immer nur Maloche Maloche, immer in der Hoffnung, dass man dann irgendwan alles hat: Eigenheim, alles abgesichert, genug Knete auf der Seite. „So jetzte kömmwa ooch ma chillen“. Hingegen merken genau die jetzt allmählich: „Scheiße! Das Konzept mit dem Chillen wird in diesem Leben nix mehr. Es war nie für uns gedacht!“.
Und jetzt kommen junge, dynamische Menschen übers Mittelmeer mit Augen voller Hoffung, Hunger nach Erfolg. Die Türken und Griechen, die bisher hier abgehangen sind, waren leicht zu handeln. Die Typen jetzt, denen ist alles zuzutrauen. Wenn wir nicht aufpassen, nehmen die uns nicht nur die Frauen, den Fussball und die Jobs, sondern auch noch unsere Bildung, die Medien und die Kultur weg.
Und was bleibt uns dann? Nur noch Schweinefleisch, Bier und Roberto Blanco!

Also viel Spass: https://www.youtube.com/watch?v=cFjZoOwxZwA

In München gibt’s ein Kaffeehaus: Sirtakiflashmob powered by Triptown

Nihan und Ceren – zwei türkischstämmige Künstlerinnen dachten sich nichts dabei, als sie am 14. Juli am Odeonsplatz in München sich in eine Filiale der San Francisco Coffee Odeonsplatz setzten, um sich bei gutem Wetter zu unterhalten. Sie wurden jedoch sogleich Opfer eines äusserst hässlichen rassistischen Übergriffes seitens eines Mannes, der sie im besagten Café aufgrund ihrer Sprache anschrie und beschimpfte. Er hielt beide Frauen zunächst für Griechinnen und wetterte los. Als er erfuhr, dass es sich bei der Sprache um türkisch handelte, kannte er dann kein halten mehr.

Minutenlang wurden die beiden Frauen bedroht, beschimpft und angeschrien. Das Personal liess das nicht nur zu, sondern motzte die beiden Frauen an, sie würden stören. Von den Gästen erwiderte niemand etwas.

Dies ist erschütternd und zeigt, wie sehr Anfeindungen und Diskriminierungen in dieser Gesellschaft schon von den Medien,  von der Politik betrieben und bagatellisiert werden und von der breiten Masse geduldet und schweigsam ertragen, ja oft sogar teilweise still und heimlich, mancherorts aber auch schon unverhohlen und laut mitgetragen werden.

Die Künstlerinnen aktivierten ihr ganzes Netzwerk, denn sie fanden, dass man ein Zeichen setzen muß! Deswegen planten sie zusammen mit ihrem Freund Tuncay Acar nun einen Flashmob, an dem türkisch und griechisch gesungen und vor allem SIRTAKI GETANZT wurde.

Es kamen so um die 200 Menschen, von denen sich ca. 80 aktiv an Gesang und Tanz beteiligten. Die anderen unterstützten die Kampagne.

Hier nun das traurige Ereignis, das Ceren und Nihan inmitten unserer schönen Stadt über sich ergehen lassen mussten:

Es handelt sich um diese Location: San Francisco Coffee Company am Odeonsplatz.
Facebook: https://www.facebook.com/pages/San-Fransisco-Coffee-Company-Odeonsplatz/161949670498177
Website: http://www.sfcc.de/muenchen/odeonsplatz

Folgendes ist passiert (laut Bericht beider Frauen):

Nihan  und Ceren (beides Künstlerinnen, die seit über 12 Jahren in München und Salzburg leben) haben sich heute Nachmittag in die Filiale der San Francisco Caffe Company in der Theatinerstrasse am Odeonsplatz gesetzt. Kurz darauf wurden sie von einem wohlsituiert scheinenden, gut angezogenen Herrn mittleren Alters in einem lauten Ton äusserst aggressiv angegangen mit den Worten: „Ihr sollt hier nicht so laut griechisch sprechen“.

Woraufhin Nihan erwiderte, dass das kein griechisch wäre, was sie sprachen, sondern türkisch. Daraufhin der Mann: „Das ist doch aus so eine Scheißsprache. Scheißvolk!“.

In dem Moment hat Nihan gemerkt, dass die Situation am eskalieren ist und fühlte sich bedroht und angegriffen. Sie ging in den Laden und sagte dem Personal bescheid. Daraufhin kam ein Kellner und wollte den Herrn höflich hinauskomplimentieren. Dagegen agierte dann aber eine weitere Mitarbeiterin, die in der internen Hierarchie jedoch wohl höher stand, als er. Sie konterte mit dem Argument, dass der Herr ja genauso gezahlt hätte für sein Getränk und deswegen genauso Recht darauf hätte zu bleiben.

Ermutigt durch diesen Zuspruch fielen nun bei dem Mann sämtliche Hemmungen und er fuhr fort, in seinen Hasstiraden. Nihan, die nun merkte, dass sie keinen Schutz vom Personal zu erwarten hatte verteidigte sich verbal, jedoch ohne abfällig zu werden.

Beide Frauen beobachteten, wie sich Gäste von den Nachbartischen schweigend umsetzten, oder gar davongingen, weil ihnen die Situation unangehem wurde. Keiner der Gäste sagte ein Wort.

Der Mann jedoch schrie nun und beleidigte Nihan mit den Worten: „Du frustrierte Bosporuspussy“.

Das war der Punkt, an dem Nihan nun ebenfalls lauter wurde, aber ohne zu beleidigen! Sie wandte sich hilfesuchend an die restlichen Gäste und fragte sie, was sie von der Situation hielten und ob sie denn nichts zu sagen hätten?

VON DENEN KAM JEDOCH KEINE REAKTION !!

Die einzige Reaktion kam nun von derselben Mitarbeiterin, die ihr sagte, sie solle nicht so laut sein. Sie würde die übrigen Gäste belästigen.

Nihan knickte aber nicht ein und verteidigte sich verbal, bis der Mann ihr drohte die Polizei zu holen. Dies widerum kam Nihan sehr recht und sie forderte ihn auf, dies zu tun. Daraufhin packte der Mann seine Sachen und ging. Während dem Gehen drohte er ihr noch einmal: „Ihr werdet hier rausgeschmissen werden! Nicht nur aus diesem Café, sondern aus dem gesamten Land!“

Vom Personal und von den Gästen kam immer noch keine angemessene Reaktion.

!!!!!!!!!!!!!

Aber sie liessen sich dadurch nicht beirren und auch blieben auch demonstrativ sitzen. In den folgenden 2 Tagen organisierten sie zusammen mit Freunden einen Flashmob und kamen mit einer Menge solidarischer Menschen wieder zurück und taten das, was sie am besten können: Singen und Tanzen, um zu zeigen, was man damit alles bewirken kann, statt mit blindem Hass!