Letztens meinte einer doch tatsächlich…

Ist der Tuncay wieder Türke geworden?

Anscheinend fühlte sich da einer provoziert durch meine Anti-Pseudo-Hochkultur-Kampagne, in der ich zu einem Perspektivwechsel in den bayerischen Theateranstalten hinsichtlich dem Umgang mit der „Migrationsthematik“ aufrief. Ich bekannte mich zu meinem Migränevordergrund und positionierte mich ganz bewußt mit einer meiner kulturellen Identitäten – nämlich der deutschländer-migränischen – und stellte Forderungen auf.

Viele verstanden, was ich meinte, einige jedoch nicht. Bisweilen gab es sogar welche, die meinem Standpunkt einen rassistischen Hintergrund unterstellten. Mich haben diese Resonanzen sehr gefreut, denn ich habe gemerkt, dass da etwas in der deutschen Volksseele schlummert, das geneckt werden will. Und das will ich hiermit gerne weiterführen:

Denn mit deutscher Volksseele meine ich nicht nur die derjenigen, die sich sofort angesprochen fühlen, sondern auch die, die sich nicht angesprochen fühlen: die Moslems, Araber, Jugos, Griechen, Afghanen, Pakistanis etc. (ich wähle hier ganz bewußt politisch inkorrekte stereotype Identitätsbezeichnungen). Denn jeder, der hier sozialisiert ist, gehört meiner Meinung nach zum hiesigen Volk. Und um die Frage des jungen Herrn oben zu beantworten: Ich bin Schwarzmeermensch, Pontiko, Georgier, Kurde, Armenier, Mediteraner, ich bin aber auch Münchner, Bayer, Yoruba, Sioux, Katalane, Indio, etc. . Ich bin Teil einer jeden regionalen Kultur, der ich mich in irgendeiner Form intensiv genähert habe. Ich glaube nicht, dass ich ein Identitätsproblem habe, sondern eher diejenigen, die ihre kulturelle Zugehörigkeit an eine Religion oder eine Nation koppeln. Denn das begrenzt ihre mentale Freiheit und ich bin der Meinung das gewisse Machtpole genau das von uns wollen.
Im Gegensatz dazu finde ich, man sollte sich in erster Linie als Mensch identifizieren und dann kann man loslegen mit regionalen kulturellen Zugehörigkeiten. In der Dringlichkeitsabfolge liegen die nationale und die religiöse Zugehörigkeit für mich gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz weit unten und interessieren mich auch sehr wenig, bis gar nicht. Ich bin auch kein Moslem, kein Monotheist, kein Atheist – eher Polytheist, der jeden Tag neue Gottheiten erkennt und zu seiner Glaubensphilosophie hinzufügt, wie’s ihm grade passt.

Für alle, die meinen, ich mache es mir aber ganz schön einfach, hier meine Antwort: „Nein, eher noch viel schwerer“. Ihr wollt, dass ich es euch einfacher mache, mich einzuordnen – so schaut’s aus. Aber dazu muss ich sagen: so einfach ist der Mensch eben nicht einzuordnen. Also lasst es sein! Es gibt keine Integration und keine Migration. Das sind rassistische und unsinnige Begriffe, die viel zu leicht mit gefährlichen Bildern der Leitkulturpolitik unterlegt werden können und deswegen nur der politischen Polemik dienen. Es gibt nur den Wandel und den muß man mitgestalten, wenn man nicht in der Schublade verstauben will.

Bussi Bussi Trallallaaa!

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