Wagemutige Behauptung zum Thema Religion

Ich gehe stark davon aus, dass die Propheten der abrahamitischen Religionen zu mindestens 50 Prozent Schmarrn verzapft haben. Den Rest haben sie sich von den älteren Kulten zusammen geklaut. Die politische Leistung, Menschen vom Sex und von allem Seelengenuß abzuhalten, nur um einer, in einer Zeit nach dem Tode liegenden – also damit völlig uneinsichtigen – Belohnung in Form einer sehr wagen Vorstellung eines Paradieses willen, erachte ich wiederum (rein von der psychischen und gesellschaftlichen Leistung her) als phänomenal. Hut ab! Religion ist somit eher ein Resultat menschlicher Leistung, als das von göttlicher Fügung. Wir sind eine enorm leistungsstarke Spezies. Das darf man nicht unterschätzen. Gott ist unser Werk und nicht umgekehrt. Wenn wir dieses regulierende Wesen jetzt auch noch durch uns selbst ersetzen, sind wir eins mit dem Universum. Um das göttliche brauchen wir uns eh nicht zu sorgen, denn das ist immer vorhanden (solange wir es brauchen).

3 Gedanken zu “Wagemutige Behauptung zum Thema Religion

  1. Lieber Triptown,

    die politische Leistung von Religion auf psychologisch geschickte Machtausübung über den Menschen zu reduzieren ist nicht richtig. Religionen wurden nicht erfunden um den Menschen klein zu halten. Jesus, wie auch Mohammed sind angetreten, um vorherrschende Machtstrukturen umzukrempeln.
    Dass die Unterdrückung der Menschen mit Hilfe der Religion im Laufe der Geschichte immer wieder geschah und heute noch geschieht, da gebe ich dir vollkommen recht.
    Nur bietet Religion und Kirche eine einzigartige Chance eine Institution zu sein, die als moralische Instanz in der Gesellschaft funktioniert. Ein Papst, der für die Armen eintritt finde ich glaubwürdig.
    Weniger Glaubwürdig finde ich „Linke“ die unseren technologisch, gesellschaftlichen Fortschritt genießen, der aber auch auf dem Rücken vieler anderer Menschen entsteht.
    Die Kirche und Religion ist eine zu einfache Zielscheibe für die „Linken“. Während sie von den großen Konflikten dieser Welt faseln und Farbbeutel auf Häuser werfen, verteilt die Münchner Tafel zusammen mit dem Kapuzinerkloster Essen an die Tafel.

    Liebste Grüße und genießt euren fairen Revolutions-Latte!
    Ben

    • danke für deinen input. ich bin anderer meinung. die abrahamitischen religionen stehen viel zu stark im vordergrund der alltagspolitiken weltweit. das ist ärgerlich, denn sie bieten keinerlei lösungsansätze und mit hilfe für die armen ist es leider nicht getan. das mit den linken und den farbbeuteln ist dein persönliches feindbild wohl. damit hab ich nix zu tun. es erscheint mir aber als eine sehr plakative form eines provokationsversuchs. eher amüsant, als ernst zu nehmen. ich nehme den fehdehandschuh jetzt einfach mal aus einer ganz anderen richtung auf und weise auf die massenhaften missbrauchsfälle in islamischen, sowie christlichen religiösen einrichtungen hin, die allgemein nur allzu fahrlässig geduldet werden. dass sich ein papst jetzt allmählich mal dafür interessiert, ist leider nur ein kleiner trost, angesichts der tatsache, dass eine sündenschuld von jahrhunderten an der story dranhängt. als moralische instanz funktionieren religionen nur sehr bedingt und das sollte man einfach mal akzeptieren. mir geht es dabei nicht um einzelne personen, die im namen ihrer religiösen einrichtungen grossartiges vollbracht haben und immer noch tun. es geht mir um die religionen als machtarchive. in ihren politisch-gesellschaftlichen ansprüchen sind sie leider eben schon stark zu hinterfragen. aber das ist mit einem kommentar hier auch nicht getan. ich wollte nur das thema mal anbringen, weil ich für wichtig erachte, dass man in der heutigen zeit, in der kulturelle identität leider stark mit der religiösen gekoppelt wird. es hat noch nie geholfen, wenn religion so sehr im vordergrund stand. das zeigt zum beispiel die sehr unsinnige debatte über den islam als bestandteil deutschlands, die vom neuen heimatminister ausgelöst wurde. religionen dienen somit sehr oft der polemischen debatte. wer jetzt sagt, die religionen als institutionen und ihre vertreter könne man dafür nicht in verantwortung ziehen, entzieht sich selbe einer moralischen verantwortung. denn dieses spiel geht schon seit den anfangszeiten der monotheistischen religionen so. nur: mitlerweile leben wir im 21. jahrhundert. ich finde es auch mal legitim sich dem schmarrn einfach mal zu verweigern. religionen sind privatsache. in der politik haben sie nichts aber auch gar nichts verloren und als identitätsstiftender faktor haben sie fatale wirkung.

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